„Wirkt auf mich wie echte Dummheit“: Alize Cornet kritisiert die Symbolik hinter dem Sabalenka–Kyrgios-Spektakel

Tennis News
Sonntag, 28 Dezember 2025 um 9:30
Cornet Wimbledon
Die frühere Nummer 11 der Welt, Alizé Cornet, hat scharfe Kritik an den Regularien für das anstehende Showmatch „The Battle of the Sexes“ zwischen Aryna Sabalenka und Nick Kyrgios geäußert. In der RMC-Radiosendung „Les Grandes Gueules du Sport“ stellte die Französin den sportlichen Wert des Events grundsätzlich infrage. Cornet meinte, das Spektakel werde von Marketingstrategien überlagert, die die Außendarstellung über die sportliche Integrität stellten.

Cornet zerlegt „Battle of the Sexes“

Im Zentrum der Kontroverse steht die Entscheidung, für Sabalenka, die aktuelle Nummer eins der Welt, die Platzmaße zu verkleinern. Cornet argumentierte, solche Anpassungen seien überflüssig und schadeten der Wahrnehmung des Damentennis. „Ich warte ab, was passiert, mit einer gewissen Neugier, aber nicht allzu großer, denn ich finde, ehrlich gesagt, es ist ein großer PR-Coup.“
Die Kritik kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Sabalenka eine dominante Saison 2025 abschließt, während Kyrgios nach langer Auszeit vom professionellen ATP-Tourbetrieb weiterhin mit seiner körperlichen Verfassung kämpft. Der Australier hat in diesem Jahr nur wenige Turniere bestritten, sein letzter Auftritt war im März beim Miami Open.
Cornet räumte ein, dass manche Anpassungen, etwa Einschränkungen beim Aufschlag, längere Ballwechsel ermöglichen könnten, doch insgesamt bleibe das Konzept nicht überzeugend. Für Cornet dient die 9-prozentige Verkleinerung des Courts keinem praktischen Zweck, außer eine erzwungene Gleichheits-Erzählung zu erzeugen, die Sabalenkas tatsächliches Können ignoriert. „Ich habe den Eindruck, dass da nichts als Werbung ist und am Ende das Spiel nur noch im Hintergrund bleibt.“

Das Scheitern „symbolischer Regeln“

Für Cornet liegt das Hauptproblem im symbolischen Charakter der Platzverkleinerung, nicht in deren technischem Einfluss auf das Match. Sie betonte, dass das Wegnehmen einiger Zentimeter für das Publikum kaum wahrnehmbar sei, aber dem Image des Sports spürbar schade. Die frühere Profi-Spielerin ist überzeugt, dass der Fokus auf „Werbung“ das eigentliche Spiel letztlich in den Hintergrund drängt.
„Diese neuen Regeln, insbesondere die, die den Court für Sabalenka verkürzt, erscheinen mir als schiere Dummheit. Auch wenn die Aufschlagregel bei einem Spieler wie Nick Kyrgios, der in einem Spiel vier Asse schlagen kann, nachvollziehbar ist, denke ich, wenn wir Show bieten wollen, sollen es nicht nur Asse sein.“
Die Kritik beleuchtete zudem, wie diese Regularien keine authentische Darstellung von Tennis auf Topniveau liefern. Cornet zeigte sich enttäuscht, dass das Duell durch Spielereien statt durch reinen Sport geprägt werde. Sie hielt fest, ein sachlich-kompetitives Match wäre auch ohne das, was sie als missglückten und nicht überzeugenden Werbetrick bezeichnet, möglich gewesen.
„Es stimmt, wenn wir es dabei belassen hätten, hätte es etwas Großes werden können, aber jetzt, mit dieser Verkleinerung des Courts, werden wir es nicht einmal beobachten können, weil im Grunde nur ein paar Zentimeter weggenommen werden“, ergänzte die 38-jährige Französin. „Es ist wirklich die Symbolik, die absurd ist und dem Damen-Tennis kein gutes Bild gibt. Was das Spielniveau betrifft, könnte es meiner Ansicht nach im rein sachlichen Sinn ein gutes Match werden, aber alles, was es umgibt, ist eigentlich ein großer und misslungener Werbetrick. Kurz gesagt, das Prinzip überzeugt mich nicht. Ich finde es schade, es aus dieser Perspektive anzugehen.“

Abwertung der Nummer eins der Welt

Cornet stellte insbesondere Sabalenkas Entscheidung infrage, diesen Bedingungen zuzustimmen, angesichts ihres Status als beste Spielerin der Welt. Nachdem sie die Belarussin die Tour dominieren sah, beharrt Cornet darauf, dass Sabalenka ohne Weiteres mit einem männlichen Gegenüber mithalten kann.
„Warum hat sie diese Regeln akzeptiert? Warum hat sie akzeptiert, die Platzgröße zu verringern, wo sie doch die Nummer eins der Welt ist? Seit zwei Jahren dominiert sie die Frauentour; selbstverständlich kann sie gegen Nick Kyrgios auf einem normalen Court spielen.“
Die unterschiedliche aktuelle physische Verfassung der beiden Spieler macht die Regeländerungen in Cornets Augen noch kontroverser. Kyrgios bestreitet die Exhibition mit minimaler Matchpraxis und anhaltenden körperlichen Problemen, was stark mit Sabalenkas Topform kontrastiert.
Cornet kam zu dem Schluss, dass die Regeln die Stellung der Athletin faktisch schmälern, indem sie sie vor einem Gegner schützen, der derzeit weit von seinem professionellen Bestniveau entfernt ist. „Es bedeutet, Sabalenkas Fähigkeiten zu schmälern und abzuwerten, die sich von der Grundlinie aus perfekt gegen Nick Kyrgios behaupten kann, zumal er halb im Ruhestand ist, nicht im Training und ein Knie hat, das so geschwollen ist wie eine Grapefruit.“
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