Elina Avanesyan nach Nationalitätswechsel zur Zahlung einer Entschädigung an den russischen Verband verpflichtet

WTA
durch Theo Stodiek
Sonntag, 28 Dezember 2025 um 10:30
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Das National Sports Arbitration Center hat im laufenden Rechtsstreit mit Elina Avanesyan zugunsten der Russian Tennis Federation (RTF) entschieden. Das Schiedsgericht gab dem Entschädigungsanspruch der RTF wegen finanzieller Verluste statt, die durch die Verletzung eines Sportausbildungsvertrags entstanden sind. Das Urteil folgt auf Avanesyans Entscheidung im Jahr 2024, den russischen Verband zu verlassen und unter armenischer Flagge anzutreten.
Laut der gerichtlichen Entscheidung muss die 23-jährige Athletin ihrem früheren Verband die in ihre sportliche Entwicklung investierten Ausgaben erstatten. Das Entschädigungspaket umfasst ausstehende vertragliche Zahlungen sowie einen Anteil der während ihrer Profikarriere erzielten Einnahmen. Das Schiedsgericht kam nach monatelangen Verfahren zu der Schlussfolgerung, dass die Forderungen der russischen Seite wegen ausbleibender Rendite auf die technische Investition gerechtfertigt seien.
„Die Spielerin wird verpflichtet sein, der RTF die vom NCSA festgestellten Schadensbeträge, die im Sportausbildungsvertrag vorgesehene Abführung tennisbezogener Einnahmen sowie weitere der RTF entstandene Ausgaben zu erstatten“, erklärte der Pressedienst der RTF in einer Mitteilung.
Avanesyans Wechsel zur armenischen Staatsbürgerschaft im August 2024 markierte einen Wendepunkt in ihrer Karriere, doch sie ist bei Weitem nicht die Einzige, die diesen Schritt ging. Daria Kasatkina sorgte Anfang 2025 mit dem Wechsel zur australischen Staatsbürgerschaft für Schlagzeilen, während Kamilla Rakhimova, Polina Kudermetova und Maria Timofeeva später im Jahr alle dem Nationalteam von Usbekistan beitraten. Außerdem bestätigte die Weltranglisten-50. Anastasia Potapova jüngst ihren Wechsel nach Österreich für die Saison 2026.

Schwache Form auf dem Court

Zwar ist der Rechtsstreit abgeschlossen, doch Avanesyans sportliche Form bleibt in der Übergangsphase ein Problem. Nach ihrem Karrierehoch als Nummer 36 der Welt im März 2025 fiel ihre Leistung in der zweiten Jahreshälfte deutlich ab. Verletzungen bremsten ihren Fortschritt nach einem Erstrunden-Aus bei Roland Garros, sodass sie anschließend nur wenige Turniere spielte.
Seit Beginn der Sandplatzsaison 2025 im April steht für Avanesyan eine ernüchternde Matchbilanz von 1:7 zu Buche. Ihre Saison endete früh beim WTA-125-Event in Tucumán, Argentinien, wo sie ihren Schwung aus dem Frühjahr nicht wiederfand. Aktuell auf Rang 118 geführt, startet die armenische Vertreterin ins neue Jahr mit einer beträchtlichen Punktelast aus ihren Läufen 2025 in Brisbane und Hobart.

Hoher Druck für die Saison 2026

Die Auftaktwochen der kommenden Saison werden entscheidend für Avanesyans Position auf der WTA-Tour. Anfang 2025 sammelte sie knapp 100 Punkte durch das Erreichen der dritten Runde bei den Brisbane International und das Halbfinale beim Hobart Open. Gelingt ihr eine Wiederholung dieser Ergebnisse nicht, droht ein deutlicher Absturz, der sie vor den Australian Open aus den Top 150 drängen könnte.
Die durch den Schiedsspruch auferlegte finanzielle Last erhöht den Druck auf eine Spielerin, die ohnehin mit ihrer physischen Konstanz kämpft. Als Führungsspielerin des armenischen Nationalteams muss Avanesyan die Erfüllung ihrer rechtlichen Verpflichtungen mit der Stabilisierung ihrer Profikarriere in Einklang bringen. Ob sie diese doppelten Herausforderungen meistert, entscheidet darüber, ob sie in die Top 50 zurückkehrt oder ihren aktuellen Abwärtstrend fortsetzt.
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