Amanda Anisimova verzichtet auf die Charleston Open, spricht nach dem Rückschlag in Miami von einer „schwierigen Entscheidung“

WTA
Sonntag, 29 März 2026 um 10:00
AnisimovaWTAF4
Amanda Anisimova hat ihre Teilnahme an den Charleston Open 2026 zurückgezogen, wo sie als Nummer 2 gesetzt gewesen wäre, und verweist auf eine Verletzung, die sie bei den Miami Open erlitten hat. Die Weltranglisten-Sechste bestätigte die Entscheidung in einer persönlichen Erklärung und setzt nach einem körperlich fordernden Sunshine Double zu Beginn der Sandplatzsaison auf Regeneration.
Die Amerikanerin sollte nach Charleston als eine der Topanwärterinnen zurückkehren, nachdem sie 2025 das Halbfinale erreicht hatte. Diese Kampagne endete vorzeitig mit einer Aufgabe gegen Sofia Kenin, was bereits auf körperliche Probleme in South Carolina hindeutete, und ihr jüngster Rückzug untermauert ein Muster von Unterbrechungen um diese Phase der Saison.
Ihre Abwesenheit verändert die Dynamik des WTA-500-Turniers, da eine der höchstplatzierten Spielerinnen im Feld und eine bewährte Sandplatzspielerin wegfällt. Zudem setzt sich damit eine vergleichsweise ruhige Phase der letzten Wochen fort, in denen Anisimova sowohl in Indian Wells als auch in Miami im Achtelfinale ausschied und dadurch den Schwung vor einer entscheidenden Kalenderphase begrenzte.
Trotz dieser Ergebnisse bleibt ihre Saison 2026 im Gesamtbild wettbewerbsfähig. Halbfinalteilnahmen in Dubai und ein Viertelfinale bei den Australian Open stützen ihren Aufstieg zur Nummer 6 der Welt und bestätigen Konstanz auf Topniveau, auch wenn Verletzungen und Anpassungen im Spielplan ihre Entwicklung zunehmend prägen.

Verletzungsrückschlag unterbricht den Übergang auf Sand

Anisimovas Absage kommt in einem entscheidenden Moment des Wechsels von Hartplatz auf Sand, eine Oberfläche, die historisch eine Rolle in ihrer Entwicklung spielte. Eines ihrer vier Karrieretitel holte sie auf Sand, als sie 2019 in Bogotá mit nur 17 Jahren ihren ersten WTA-Titel gewann – ein frühes Signal für ihre Anpassungsfähigkeit auf verschiedenen Belägen.
Ihr Verzicht auf Charleston spiegelt eher einen kalkulierten als einen reaktiven Ansatz wider, insbesondere angesichts des Saisonzeitpunkts. Mit dem Beginn der Madrid Open am 20.04.2026 hat Anisimova nun ein klares Zeitfenster, um zu genesen und sich neu auszurichten, bevor sie als Nummer 6 gesetzt bei einem der bedeutendsten Sandplatzturniere außerhalb von Roland Garros zurückkehrt.
„Es tut mir sehr leid, dass ich dieses Jahr die Charleston Open verpassen muss“, schrieb Anisimova in einer Erklärung. „Ich habe mir bei den Miami Open eine Verletzung zugezogen und nach medizinischem Rat die schwierige Entscheidung getroffen, zurückzuziehen und mich auf meine Genesung zu konzentrieren. Ich habe es immer geliebt, vor den Fans in Charleston zu spielen, die Unterstützung dort bedeutet mir sehr viel. Ich hoffe, zurückzukehren und euch alle nächstes Jahr zu sehen.“
Ihre jüngsten Ergebnisse beim Sunshine Double liefern zusätzlichen Kontext für die Entscheidung. Achtelfinalniederlagen in Indian Wells und Miami – gegen Victoria Mboko bzw. Belinda Bencic – zeigten zwar konkurrenzfähige Auftritte ohne tiefe Läufe, reduzierten den unmittelbaren Ranking-Druck und erhöhten zugleich den Anreiz, die körperliche Verfassung für die längere Sandplatzphase zu bewahren.

Trainerwechsel und langfristige Ausrichtung

Der Rückzug fällt zudem in eine Phase umfassenderer Veränderungen in Anisimovas Team, nachdem sie sich kürzlich von Coach Rick Vleeshouwers getrennt hat. Der niederländische Trainer hatte seit 2024 eine prägende Phase ihres Comebacks begleitet, die in der folgenden Saison in mehrere Meilensteinergebnisse mündete.
Unter seiner Führung erreichte Anisimova ihr erstes WTA-1000-Finale in Cincinnati, gewann später einen Titel in Doha und etablierte Konstanz auf den größten Bühnen. Ihre Entwicklung spiegelte sich zudem in tiefen Grand-Slam-Läufen wider, darunter ein Wimbledon-Finale und eine Rückkehr in die späten Runden der US Open, was ihren Status als eine der führenden Spielerinnen der Tour festigte.
Diese Fortschritte trug sie bis zu den WTA Finals, wo sie sich aus einer starken Gruppenphase ins Halbfinale spielte. Die Kombination der Ergebnisse etablierte sie als konstante Größe an der Spitze des Rankings, doch die jüngste Trennung vom Trainer bringt in einem Moment, in dem Stabilität normalerweise Priorität hat, eine neue Variable ins Spiel.
Ihr unmittelbarer Fokus liegt jedoch auf Regeneration und Vorbereitung. Mit mehreren Wochen bis Madrid bleibt Anisimova ausreichend Zeit, sich physisch und taktisch neu aufzustellen, um in die Sandplatzserie mit minimalen langfristigen Auswirkungen auf ihre Saisonziele zurückzukehren.
Klatscht 0Besucher 0
loading

Gerade in

Beliebte Nachrichten

Aktuelle Kommentare

Loading