Jessica Pegula hat eine der eindrucksvollsten Atmosphären ihrer Karriere erneut beleuchtet und auf ihre Zweitrunden-Niederlage gegen Elina Svitolina bei den
Olympischen Spielen in Paris zurückgeblickt. Die US-Amerikanerin beschrieb die Nacht auf dem Court Philippe-Chatrier als „die wildeste Atmosphäre“ und verwies auf die ständigen Stimmungswechsel der Zuschauer während des Matches.
Jessica Pegula erinnert sich an die lauteste Nacht von Paris
Pegula, aktuell in den Top Fünf der Welt platziert, gewann kürzlich die Dubai Duty Free Tennis Championships, bezwang Svitolina im Finale, holte ihren 10. Einzelkarrieretitel und fügte ihrer Bilanz eine vierte WTA-1000-Trophäe hinzu. Auf dem Weg ins Endspiel schlug sie unter anderem Iva Jovic, Clara Tauson und Amanda Anisimova.
In dieser Woche verzichtete die 32-Jährige auf einen Start beim ATX Open in Austin, wo sie als Titelverteidigerin und Topgesetzte gemeldet war, und entschied sich nach ihrem Triumph in Dubai für zusätzliche Regeneration. Am Dienstag feierte sie ihren 32. Geburtstag, während sie vor der nächsten Saisonphase kurz durchschnauft.
Im Rückblick auf Paris in der neuesten Folge des Podcasts
The Player's Box — den sie gemeinsam mit Jennifer Brady, Madison Keys und Desirae Krawczyk moderiert — schilderten die Tennisspielerinnen ihre Erfahrungen bei den Olympischen Spielen.
Pegula legte den Fokus weniger auf das Ergebnis als auf das Setting. Obwohl ihr Auftritt bei den Olympischen Spielen kurz war und sie in der zweiten Runde mit 3:6 im dritten Satz gegen Svitolina ausschied, hinterließ die Intensität im Stadion einen bleibenden Eindruck. Die Ukrainerin war die einzige Spielerin im Feld, die bereits eine olympische Medaille besaß — die Bronze von Tokio 2020.
Ein volles Chatrier und ein launisches Publikum
Pegula bezeichnete das Olympiamatch als eines der denkwürdigsten ihrer Laufbahn, vor allem wegen der Atmosphäre, die ein bis auf den letzten Platz gefüllter Chatrier erzeugte. Die französischen Zuschauer, so bemerkte sie, seien von Anfang bis Ende stark involviert gewesen. „Ich habe in der zweiten Runde gegen Elina Svitolina gespielt, und wir waren auf Chatrier, und es war komplett voll.“
„Und das Publikum war einfach, ich meine, die französischen Fans sind ja berüchtigt dafür, ich weiß nicht, einfach überall zu sein, total dabei“, ergänzte die Nummer 5 der Welt. „Viel Rufen, viel Schreien. Erst sind sie für dich, dann wieder gegen dich und all so was.
„Aber es war wirklich, es war wahrscheinlich eines der coolsten Matches, die ich gespielt habe, weil es voll war und sie so drin waren. Und ich habe am Ende 3:6 im dritten verloren“, sagte sie weiter. „Es war ein sehr hohes Niveau.“
„Sie jubelten mir zu… und fingen dann an, mich auszubuhen“
Pegula schilderte zudem, wie rasant die Stimmung im Verlauf der Partie kippte. Die Reaktionen auf den Rängen wechselten von Punkt zu Punkt — je nach Ballwechsel, Körpersprache oder Schlagausgang. „Und ich erinnere mich, dass sie mir zujubelten, und dann habe ich beispielsweise meinen Schläger auf den Boden getippt oder ihn aufprallen lassen. Und dann fingen sie an, mich auszubuhen. Und dann, ich schlug einen Winner, und sie jubelten mir wieder zu. Da dachte ich mir, das ist einfach, es war die wildeste Atmosphäre, weil es die ganze Zeit nur Chaos war.“
Das Erlebnis stach selbst für eine Spielerin heraus, die an große Finals und Drucksituationen gewöhnt ist. Die Roland-Garros-Zuschauer sind seit jeher für ihre lautstarke Beteiligung bekannt, und Pegula erlebte diesen Ruf beim olympischen Turnier in voller Lautstärke. „Aber ich fand es wirklich cool und definitiv ein anderes Publikum als das, vor dem ich sonst gespielt habe. Das war wohl ein weiterer einprägsamer Moment.“
Auch wenn das Ergebnis an jenem Abend in Paris zugunsten von Svitolina ausfiel, zeigt Pegulas Rückblick, wie manche Matches über die Anzeigetafel hinaus nachhallen — geprägt ebenso sehr von der Atmosphäre wie vom Ausgang.