„Es ist nicht leicht, nach Verletzungen zurückzukehren und wieder bei Null anzufangen“ – Kim Clijsters lobt Muchova und Mboko nach fantastischem Lauf bis ins Finale bei den Qatar Open

WTA
Mittwoch, 18 Februar 2026 um 20:00
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Beim WTA Qatar Open 2026 wurden mehrere Geschichten in die aktuelle Tennislandschaft eingeschrieben. Karolina Muchova und Voctoria Mboko hinterließen beide im Nahen Osten großen Eindruck, doch Muchova sicherte sich mit 6:4, 7:5 den bedeutenden Titel. In ihrem Podcast „All Love“ sprach die vierfache Grand-Slam-Siegerin Kim Clijsters über Mbokos beeindruckenden Aufstieg und ging zugleich ausführlich auf Muchovas Genesung und Spielstil ein, die zu ihrem Triumph in Doha beitrugen.

Allrounderin mit früheren Verletzungssorgen

Die Belgierin äußerte sich sehr anerkennend über ihren Spielstil und hob dabei besonders den Begriff „Variabilität“ hervor. „Die Variabilität ist nur dann eine Stärke, wenn sie zum richtigen Zeitpunkt eingesetzt wird. Und sie hat diese Kombination — sie kann den Ball flach und hart schlagen, aber sie hat auch einen Aufschlag, der den Punkt sehr gut vorbereitet“, erklärte sie. „In deinen eigenen Aufschlagspielen spürst du Druck, weil sie so eine gute Rückschlägerin ist und so viel mit dem Ball machen kann. Sie kann Serve-and-Volley spielen. Sie kann den Vorhand-Winner schlagen. Sie hat all die Werkzeuge, die es Gegnerinnen richtig schwer machen. Aber wieder geht es um das Timing der Variabilität. Sie ist eine kluge Spielerin. Sie weiß, wann sie die Slice einsetzt, wann den Stoppball, wann sie nachrücken muss.“
Sie verwies auf eine weitere frühere Grand-Slam-Finalistin, die in diese Kategorie passt. „Es gibt Spielerinnen — wie Ons Jabeur früher in ihrer Karriere — die ebenfalls sehr variabel sind. Aber wenn du bei einem Ball fünf verschiedene Optionen hast — Slice, Stoppball, Rückhandwinkel — kann es manchmal schwer sein, in diesem Moment die beste zu wählen. Ich denke, Muchová hat wirklich gelernt, ihre Variabilität zu timen und die richtige Entscheidung zu treffen.“
Clijsters blieb in ihrer Analyse positiv und verwies auf das, was Muchova überwinden musste. „Sie bewegt sich auch hervorragend. Sie verteidigt gut, kann aber aus einer Defensivposition plötzlich dominant werden. Für sie war die größte Herausforderung, gesund zu bleiben und sich körperlich über die Zeit aufzubauen“, gab sie zu. „Es ist nicht einfach, von Verletzungen zurückzukommen und wieder bei null anzufangen — das kann frustrierend sein.“
Die Tschechin hatte in ihrer Profizeit zahlreiche Rückschläge durch Verletzungen, wie Clijsters ihren Genesungsweg beschreibt. „Sie hatte 2024 eine Handgelenksoperation und arbeitete dann mit einem Spezialisten in Tschechien, der auch Petra Kvitová operiert hat. Danach kam sie nach Belgien — in meine Heimatstadt Bree — um mit Sam Verslagers zu arbeiten, der auch mein Osteopath und Trainer war. Er ist zu einer Anlaufstelle für Handgelenksprobleme geworden. Kei Nishikori hat mit ihm gearbeitet, Zizou Bergs ebenso, und ich habe dort auch meine Reha gemacht.“
Karolina Muchova hält den Titel.
Karolina Muchova gewann die Qatar Open 2026

Lob für ihren Coach

Es ist der erste WTA-1000-Titel für Muchova, die damit erstmals seit ihrem Debüttitel 2019 wieder nachlegte. Ein großer Teil davon ist der Arbeit von Sven Groeneveld zu verdanken, der zu Beginn dieses Jahres mit ihr zusammenarbeitete.
Clijsters würdigte, wie behutsam beide diese Beziehung aufbauen. „Das ergibt total Sinn. Daran denkt man nicht immer. Nach einem Turniersieg taucht ein Coach plötzlich in jedem Interview und Podcast auf, und das ist nicht immer das, was die Spielerin will — besonders am Anfang einer Zusammenarbeit. Vertrauen aufzubauen ist extrem wichtig. Gut von ihm, zu erkennen, dass es in dieser Phase um sie gehen muss.“

Sensationeller Mboko-Aufstieg

Erstaunlich: Trotz einer Platzierung außerhalb der Top 300 zu Beginn von 2025 ist Mboko nach Abschluss der Qatar Open eine Top-10-Spielerin. Sie gesellt sich zu Mirra Andreeva als derzeit einzige Teenagerin in den Top 10 der Welt und will ihre Konkurrentinnen weiter unter Druck setzen.
„Sie ist erst 19, aber wenn man zurückblickt, bekam sie mit 15 ihre erste Wildcard für die Canadian Open und verlor in der ersten Runde“, erinnerte sich Clijsters. „Solche Erfahrungen zählen. Bei großen Events dabei zu sein, mit höher platzierten Spielerinnen zu trainieren, das Gefühl zu haben, gegen eine Top-50-Spielerin mithalten zu können — das sind Momente, die Selbstvertrauen aufbauen.“
Die frühere Nummer eins der Welt analysierte ihr Spiel weiter. „Wir sehen jetzt diese Durchbruchsergebnisse, aber sie basieren auf Jahren kleiner Schritte. Sie bewegt sich hervorragend, ist körperlich stark, mental stark. Ich liebe es, zuzusehen, wie sie ihre Vorhand durchzieht und Ballwechsel an sich reißt.“
Es gab sogar Vergleiche mit Carlos Alcaraz. „Sie hat immer noch diesen freien Geist auf dem Platz. Sie erinnert mich ein wenig an Carlos Alcaraz, als er erstmals auf der Tour auftauchte — einfach so begeistert, draußen zu spielen. Man sieht diese Unbekümmertheit, aber sie ist auch sehr fokussiert. Es macht Spaß, ihr zuzuschauen.“
Beide Spielerinnen zogen ihren Start bei den Dubai Duty Free Tennis Championships zurück, die derzeit laufen. Nun richten sie den Blick auf den Sunshine Swing mit einem Doppelpack an WTA-1000-Turnieren in den USA, die bald beginnen.
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