Die Ausrichtung der
Australian Open ist zu einem der bedeutendsten langfristigen Sportengagements Victorias geworden, gestützt durch kontinuierliche öffentliche Investitionen und eine Vereinbarung mit Tennis Australia, deren vollständige Details der Öffentlichkeit weiterhin verborgen bleiben. Während die Landesregierung darauf besteht, dass das Turnier klare wirtschaftliche Erträge liefert, sorgen Umfang und Struktur dieser Investitionen weiterhin für Prüfung.
Anders als beim Australian Grand Prix, bei dem Victoria eine Antrittsgebühr zahlt, die 2024 auf 102 Millionen Dollar stieg, hält Tennis Australia daran fest, dass es keine entsprechende Zahlung für die Ausrichtung der
Australian Open gibt. Dennoch haben Steuerzahler seit 2011 mehr als 1 Milliarde Dollar in die Modernisierung des Melbourne Park investiert, um sicherzustellen, dass die Anlage Weltklasse-Standards erfüllt und das Turnier bis mindestens 2046 in Melbourne bleibt.
Die Vereinbarung zwischen dem Bundesstaat und Tennis Australia umfasst Verpflichtungen, über ein Jahrzehnt 972 Millionen Dollar für Infrastrukturverbesserungen auszugeben, ein Programm, das 2021 abgeschlossen wurde. Diese Regelung wurde während der COVID-19-Pandemie weiter ausgeweitet, als ein staatlicher Rettungsschirm über 106 Millionen Dollar die Veranstaltung für weitere 20 Jahre absicherte. Trotz der fehlenden Transparenz rund um den Vertrag betont Tennis Australia weiterhin die finanzielle Eigenständigkeit der Open und ihren breiteren Nutzen.
„Die AO steht finanziell auf eigenen Beinen und leistet zugleich einen bedeutenden Beitrag zur Wirtschaft Victorias. Sie ist zudem die wichtigste Einnahmequelle für Tennis Australia, um den Sport und die Anlagen in ganz Australien zu finanzieren“, sagte ein Sprecher von Tennis Australia.
Die laufenden Investitionen enden damit nicht. Die Melbourne and Olympic Parks Trust, die das Areal verwaltet, meldete, im Geschäftsjahr 2024 mindestens 20 Millionen Dollar für tennisbezogene Verbesserungen ausgegeben zu haben. Diese Arbeiten umfassten Verbesserungen am beweglichen Dach der John Cain Arena sowie neue Tauchbecken und Eisbäder für Spieler in der Rod Laver Arena. Weitere 45 Millionen Dollar wurden im vergangenen Jahr investiert, damit der Melbourne Park „weiterhin Grand-Slam-Standards erfüllt“ und zugleich ganzjährige Veranstaltungen unterstützt.
Wirtschaftliche Wirkung, öffentliche Ausgaben und zunehmende Kontrolle
Der Melbourne Park beherbergt inzwischen jährlich mehr als 500 Veranstaltungen, von großen Konzerten bis hin zu Rugby, Fußball, Basketball und Netball. Tennis Australia bleibt der größte Mieter des Areals und zahlte im vergangenen Jahr 68,7 Millionen Dollar an Miete und verbundene Aufwendungen. Laut Tennis Australia generierte die Open im vergangenen Jahr einen „Gesamtausgabenimpuls“ von 565,8 Millionen Dollar, wobei Prognosen nahelegen, dass die Zahl in diesem Jahr 600 Millionen Dollar übersteigen wird.
KPMG-Chefökonom Brendan Rynne äußerte Vertrauen in die Gesamtverzinsung der Veranstaltung, mahnte jedoch zur Vorsicht bei der Interpretation von Schlagzahlen. Er warnte, dass die Einbeziehung der Ausgaben von Einwohnern Melbournes – die 63 Prozent der Zuschauer ausmachten – den tatsächlichen wirtschaftlichen Nutzen überschätzen könnte, da dieses Geld vermutlich ohnehin anderweitig vor Ort ausgegeben worden wäre.
Rynne hob dennoch immaterielle Vorteile hervor, die sich herkömmlicher Messung entziehen. „Dieses positive Gefühl, zu wissen, dass wir zu den globalen Destinationen wie London, Paris und New York zählen; dass wir in der Spitzenklasse angesehen sind. Damit ist eine gewisse Wohlwollen- und Positivitätswahrnehmung verbunden“, sagte er und fügte hinzu, dass die Open auch Melbournes Ruf als Standort stärken, der in der Lage ist, große globale Events auszurichten.
Da der Rechnungshof von Victoria die Staatsausgaben für Großveranstaltungen im Haushaltsjahr 2026–27 überprüfen wird, rückt das Gleichgewicht zwischen öffentlichen Investitionen, Transparenz und langfristigem Nutzen erneut in den Fokus.