Leylah Fernandez gab einen offenen Einblick in ihre sich entwickelnde Doppel-Partnerschaft mit
Venus Williams und verriet, dass ihr jüngstes Wiedersehen bei den Miami Open auch früher hätte stattfinden können. Beim Credit One Charleston Open sprach die Kanadierin darüber, wie schwer es sei, eine Anfrage der ehemaligen Nummer 1 der Welt abzulehnen, und bot eine Sichtweise, die eher von persönlicher Verbundenheit als von Terminlogistik geprägt ist.
Die beiden traten erstmals bei den US Open 2025 gemeinsam an und bildeten eine prominente Paarung, die Erfahrung und Jugend vereinte. Seither blieben sie in Kontakt und loteten Möglichkeiten für ein erneutes Zusammenspiel aus. Ihr letzter gemeinsamer Auftritt in Miami setzte diese Zusammenarbeit fort, wenngleich Fernandez offenlegte, dass Pläne beinahe schon früher in der Saison gereift wären.
Fernandez, aktuell Nummer 24 im Einzel und Nummer 80 im Doppel, hat 2026 ihre Verpflichtungen in beiden Disziplinen ausbalanciert. In Charleston trat sie im Doppel an der Seite von Kristina Mladenovic an und schied in der ersten Runde aus, während sie im Einzel mit einem Zweisatzsieg über Polina Kudermetova souveräner ins Achtelfinale einzog.
Am aufschlussreichsten war jedoch, was nicht passiert ist. Eine Gelegenheit, bei den Australian Open mit Williams zu spielen, blieb wegen vorheriger Zusagen ungenutzt – eine Entscheidung, die Fernandez angesichts ihres Respekts für die siebenfache Grand-Slam-Einzelsiegerin als besonders schwierig bezeichnete.
„Oh nein, es sind zwei Tage zu spät“: die verpasste Australian-Open-Chance
Fernandez erklärte, dass Williams mit dem Vorschlag auf sie zugekommen sei, in Australien im Doppel anzutreten, doch das Timing habe ihr keine Zusage erlaubt. Da sie sich bereits Timea Babos verpflichtet hatte, musste sie ablehnen – obwohl sie die Bedeutung der Einladung anerkannte und sich wünschte, erneut mit Williams den Platz zu teilen.
„Ja. Mit Venus sind wir nach den US Open irgendwie in Kontakt geblieben. Wir hofften zu spielen – nun, sie fragte mich, ob ich in Australien spielen würde, aber leider war ich bereits mit Timea Babos verplant, damit war es erledigt. Und dann habe ich gefragt, ob sie in den Nahen Osten gehen würde, aber das tat sie nicht.“
Die Entscheidung fiel nicht leicht. Fernandez beschrieb die emotionale Last, Williams abzusagen, betonte die persönliche Dynamik zwischen ihnen und die Schwierigkeit, eine Spielerin zu enttäuschen, die sie als Mentorin sieht. Erschwert wurde die Lage durch das enge Zeitfenster, da die Anfrage nur wenige Tage nach ihrer finalisierten Zusage eintraf.
„Das ist kein Mangel an Respekt gegenüber Timea. Sie ist eine fantastische Doppelspielerin. Sie hat eine großartige Karriere. Aber es war so schwer, Venus abzusagen, weil sie diese große Schwester-Ausstrahlung hat. Ich will meine Geschwister nie enttäuschen, und ihnen Nein zu sagen ist so schwer. Als ihr Coach mir schrieb, dachte ich: ‚Oh nein! Es sind zwei Tage zu spät!‘ Ich konnte es nicht machen.“
„Einfach weitermachen“: Lehren aus dem Wiedersehen in Miami
Trotz der verpassten Gelegenheit in Australien fanden Fernandez und Williams schließlich in Miami wieder zusammen, wo ihre Partnerschaft sowohl sportlichen als auch entwicklungsorientierten Wert bot. Fernandez betonte den Mentorenaspekt an der Seite von Williams, besonders in Drucksituationen wie Match-Tiebreaks.
Sie erinnerte sich an einen entscheidenden Moment in einem Tiebreak des dritten Satzes, in dem verpasste Volleys zu einer knappen Niederlage beitrugen. Die unmittelbare Reaktion war Enttäuschung, doch Williams’ Reaktion bot eine andere Perspektive, die Widerstandsfähigkeit und langfristigen Fokus betonte, statt an Fehlern zu verharren.
„Es hat großen Spaß gemacht. Sie ist eine tolle Mentorin. Im letzten Tiebreak, dem Tiebreak im dritten Satz, lagen wir vorne und haben ihn verloren. Ich erinnere mich, dass ich ein paar einfache Volleys hatte und sie vergab, und am Ende des Matches war ich wirklich untröstlich. Sie sagte mir, ich hätte großartig gespielt, ich solle einfach weitermachen, nach vorne blicken. Wenn wir alle eine Zeitmaschine hätten, würden wir sie nutzen, aber wir haben keine, also einfach weitermachen.“
Fernandez merkte an, dass dieser Austausch ihre Einstellung spürbar beeinflusste, ihr half, die Niederlage neu einzuordnen und den Fokus auf Verbesserung zu halten. Die Erfahrung unterstrich den größeren Wert ihrer Partnerschaft, der über Ergebnisse hinaus bis in mentale Herangehensweise und professionelles Wachstum reicht. „Das hat mir definitiv geholfen, wieder aufzutanken, die positive Seite zu sehen und am nächsten Tag einfach weiterzuarbeiten und Wege zur Verbesserung zu finden.“