Alexandra Eala hat kurz vor den
Stuttgart Open einen späten Auftrieb erhalten, nachdem
Qinwen Zheng verletzungsbedingt vom WTA-500-Turnier zurückgezogen hat und damit ein direkter Platz im Hauptfeld frei wurde. Die Filipina, ursprünglich für die Qualifikation vorgesehen, startet nun ohne zusätzliche Matches ins Turnier – ein relevanter Vorteil, da die Sandplatzsaison Mitte April Fahrt aufnimmt.
Der Zeitpunkt ist im Kalender bedeutsam. Stuttgart ist eines der ersten hochklassigen Sandplatzturniere der Saison, zieht Topnamen an und dient als wichtiger Übergang von Hardcourt zu europäischem Sand. Ealas Beförderung ins Hauptfeld stellt sie sofort höher platzierten Gegnerinnen gegenüber und beschleunigt ihre Bewährung auf WTA-Ebene.
Zhengs Rückzug setzt eine unterbrochene Phase fort, die sich von Mitte 2025 bis ins Jahr 2026 zieht. Die Chinesin, derzeit Nummer 37 nach einem Höchststand in den Top 5 in der vergangenen Saison, kämpft mit einem hartnäckigen Problem am rechten Ellenbogen, das im Juli 2025 eine Operation erforderte. Ihr Spielplan blieb eingeschränkt, und in diesem Jahr hat sie kaum eine 4:3-Bilanz erreicht.
Ihr Fehlen in Stuttgart hat auch Auswirkungen auf die Rangliste. Zheng erreichte 2025 bei mehreren Sandturnieren die späten Runden, darunter ein Halbfinale in Rom, sodass eine reduzierte Teilnahme während dieser Phase ein weiteres Abrutschen im Ranking riskieren lässt.
Zhengs Unsicherheit auf Sand verändert die Dynamik der frühen Saison
Zhengs Profil auf Sand ist in den vergangenen zwei Saisons stetig gewachsen, getragen von ihrem druckvollen Grundlinienspiel und verbesserter Physis. Die Goldmedaille in Paris 2024 – inklusive eines Sieges über Iga Swiatek auf den Anlagen von Roland Garros – katapultierte sie zu einer der gefürchteten Namen auf Sand.
Trotz der Verletzungen untermauerten ihre Ergebnisse 2025 diese Entwicklung, insbesondere in Rom, wo sie ihren ersten Sieg über Aryna Sabalenka holte und das Halbfinale erreichte, bevor sie den Finaleinzug verpasste. Das vergangene Jahr war jedoch von körperlichen Problemen geprägt, die sie aus dem Wettkampf hielten.
Im aktuellen Kontext verschieben sich die Erwartungen. Nach mehr als acht Monaten mit unterbrochener Wettkampfpraxis hat die körperliche Genesung Vorrang vor Ergebnissen. Die 23-Jährige verschiebt ihre Rückkehr auf den Platz um einige Wochen, und bis zu den Madrid Open wird man auf ihr Comeback warten müssen.
Ihr letzter Auftritt war ihr jüngster Lauf beim
Miami Open bis ins Achtelfinale, wo sie Siege über die Lokalmatadorinnen Sloane Stephens und Madison Keys verbuchte, ehe sie schließlich der Nummer 1 der Welt und späteren Siegerin Aryna Sabalenka unterlag.
Eala erhält strategische Chance in der Übergangswoche
Die große Profiteurin von Zhengs Verletzung ist die Filipina Alexandra Eala, die einen direkten Platz im Stuttgarter Hauptfeld erhält – eines der relevantesten Turniere der Sandplatzphase und eine ideale Bühne zur Vorbereitung auf die kommenden WTA-1000-Events in Madrid und Rom.
Die Nummer 46 der Welt war für die Qualifikation gemeldet, doch der Rückzug der Olympiasiegerin ermöglicht der 20-Jährigen den Sprung in ein hochkarätig besetztes Hauptfeld. Die WTA 500
Stuttgart Open bieten traditionell ein starkes Teilnehmerfeld, und in diesem Jahr sind 10 der aktuellen Top 14 dabei – einschließlich der Top Vier: Aryna Sabalenka, Elena Rybakina, Coco Gauff und Iga Swiatek.
Eala will in diesem Jahr auf Sand den nächsten Schritt machen und hat Toni Nadal in ihr Trainerteam geholt. Sie eröffnete ihre Kampagne bei den Linz Open mit einem Zweisatzsieg über die Lokalspielerin Julia Grabher. In der nächsten Runde wartet ein echter Härtetest gegen die an Nummer vier gesetzte Jelena Ostapenko – ehemalige Roland-Garros-Siegerin –, die ihr erstes Match der Sandplatzsaison bestreiten wird. Bemerkenswert: Ostapenko wird in der kommenden Woche bei den Stuttgart Open als Titelverteidigerin antreten, wo auch Eala am Start sein wird.