Wir sind bereits am sechsten Tag der Australian Open, und der Wettbewerb nimmt Fahrt auf: Bekannte Namen treffen nun regelmäßiger aufeinander, mehr gesetzte Spieler scheiden aus, die Dramatik steigt.
Das Weltranglisten-Spitzenpaar
Carlos Alcaraz und
Aryna Sabalenka steht weiterhin stark im Feld und führt erneut ein dichtes Programm an, um als Erste ihre Tickets für das Achtelfinale zu lösen.
Alcaraz im Fokus der ATP, das Feld lichtet sich langsam
Bisher gab es nur wenige Überraschungen von großem Kaliber. Die größte wäre
Alcaraz gewesen, doch die Nummer eins der Welt hat sich bislang souverän durch die ersten beiden Runden gespielt.
Auch wenn er nicht in absoluter Topform agiert, erledigt er die Aufgabe – und das ist in dieser Turnierphase das Wichtigste. Von nun an steigen die Chancen auf Duelle mit Mitfavoriten, enge Partien könnten warten.
Gegen den unberechenbaren Corentin Moutet wird es für den sechsmaligen Grand-Slam-Champion kein leichter Test, zumal beide erstmals in ihrer Karriere aufeinandertreffen. Er ist als Zweiter auf der Rod Laver Arena angesetzt, sein Team hofft, dass er sein bestes Niveau findet und den glücklichen Zuschauern eine Show bietet.
Alexander Zverev muss Punkten sammeln
Alexander Zverev hat zahlreiche Auftritte auf dem Center Court im Melbourne Park absolviert, zuletzt im vergangenen Jahr im Finale. Auch wenn er gegen Jannik Sinner verlor, brachte ihm das viele Weltranglistenpunkte, die ihn auf Rang zwei katapultierten und über weite Teile der Saison 2025 als Nummer drei hielten.
Nun ist diese Position durch Verfolger gefährdet, die Punkte müssen dringend erneut eingesammelt werden. Leicht wird es nicht: Es wartet ein Duell mit Cameron Norrie. Der Brite ist der letzte Vertreter seines Landes und will die Fahne Down Under noch etwas länger hochhalten. Der frühere Wimbledon-Finalist hat zwei packende Matches hinter sich; ein drittes könnte ihm liegen, sofern Zverev nicht sein bestes Tennis findet.
De Minaur vs Frances Tiafoe
Eines der Highlight-Duelle eröffnet die Abendsession auf der Rod Laver Arena: Australiens Nummer eins Alex de Minaur will an das hohe Niveau aus der zweiten Hälfte seiner Zweitrundenpartie anknüpfen – gegen einen wiedererstarkten Frances Tiafoe, der 2026 mit größerer Hingabe an den Sport als neuer Spieler auftritt. Mit insgesamt nur zwei abgegebenen Sätzen in den Auftaktmatches hat dieses Duell beste Thriller-Aussichten.
Dreifach-Finalist Daniil Medvedev führt einen actionreichen Tag für das russische Tennis an. Der ehemalige Weltranglistenerste ist 2026 noch ungeschlagen und will diese Serie gegen Fabian Marozsan fortsetzen, während Andrey Rublev auf Francisco Cerundolo trifft. Der in Russland geborene Kasache Alexander Bublik ist ebenfalls stark unterwegs, die Nummer 10 der Welt trifft auf einen weiteren Argentinier in Person von Tomas Etcheverry.
Die beiden weiteren ATP-Duelle bestreiten zwei US-Amerikaner: Der Vorjahresviertelfinalist Tommy Paul trifft auf Alejandro Davidovich Fokina, während Next Gen ATP Finals-Champion Learner Tien gegen Nuno Borges spielt.
Sabalenka, Gauff, Andreeva wieder im Einsatz
Bevor Alcaraz den Court betritt, wird Sabalenka die Fans begeistern. Die Weltranglistenerste peilt das vierte Australian-Open-Finale in Serie an, mit Blick auf den dritten Titel in Melbourne und den fünften Grand-Slam-Triumph.
Sie ist mühelos durch ihre ersten beiden Matches marschiert und knüpft an die Form aus dem Brisbane International an, wo sie Marta Kostyuk besiegte und erneut den Titel holte. Erst neun Spiele hat die Belarussin abgegeben und will diese Zahl gegen Anastasia Potapova niedrig halten, die ein weiteres Drittrunden-Duell zwischen Sabalenka und Emma Raducanu verhinderte.
Auch die Weltranglistendritte
Coco Gauff hat bislang überzeugt. In ihren vergangenen zwei Auftritten erreichte sie Halbfinale und Viertelfinale, obwohl ihre Grand-Slam-Form Ende 2025 einen Dämpfer bekam. Diese Probleme scheinen vorerst behoben, denn sie trifft auf ihre gute Freundin und Landsfrau Hailey Baptiste – es geht um das nächste Achtelfinale in Melbourne.
Einst galt sie als eines der größten Talente, diese Rolle trägt nun Iva Jovic. Die 18-Jährige stand in diesem Jahr bereits in einem WTA-250-Finale und -Halbfinale und präsentiert sich bei ihrem zweiten Auftritt in starker Form. Die nächste Prüfung wird jedoch die bisher härteste. Jasmine Paolini beendete im vergangenen Jahr ihren US-Open-Traum in Runde zwei. Die zweifache Grand-Slam-Finalistin bringt reichlich Erfahrung jenseits dieser Turnierphase mit, während Jovic erstmals in Runde drei steht. Das verspricht eine sehr interessante Partie.
Auch eine weitere 18-Jährige, Mirra Andreeva, rückt in den Mittelpunkt. Sie gewann 15 Spiele in Serie über ihre ersten beiden Matches gegen Donna Vekic und die frühere Nummer drei der Welt, Maria Sakkari. Nun trifft sie erstmals auf Elena-Gabriela Ruse. Ebenfalls zum ersten Mal stehen sich Elina Svitolina und Diana Shnaider gegenüber; die Ukrainerin ist nach dem Titel beim ASB Classic in Topform. Sie hat noch keinen Satz abgegeben, während Shnaider zweimal über drei Sätze musste.
Das junge Talent setzt sich fort. Die 19-jährige Victoria Mboko gibt nach einem herausragenden Jahr 2025 ihr Debüt bei den Australian Open und ist bereits an 17 gesetzt. Knapp vor ihr liegt Clara Tauson, beide treffen erstmals aufeinander. Auf die Siegerin könnte Sabalenka warten. In den weiteren beiden Begegnungen trifft die frühere Roland-Garros-Finalistin Karolina Muchova auf Magda Linette, während eine der nur drei verbliebenen Qualifikantinnen, Zeynep Sonmez, auf die erfahrene Yulia Putinseva trifft.