Vorschau Australian Open, Tag neun | Titelverteidiger Jannik Sinner und Madison Keys wollen die letzten Viertelfinalplätze sichern

ATP
Sonntag, 25 Januar 2026 um 20:00
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Wir nähern uns fast dem Viertelfinale der Australian Open 2026. Bevor es so weit ist, steht jedoch Tag neun auf dem Programm, an dem die letzten Partien der vierten Runde ausgetragen werden.
Aufgrund einer Aufgabe im ATP-Turnier gibt es statt der üblichen vier nur drei Matches, wodurch der sehr glückliche Novak Djokovic eine Pause erhält. Auf der WTA-Seite stehen vier Begegnungen an, darunter die Titelverteidigerin sowie ein Duo an Grand-Slam-Siegerinnen, ergänzt um einige frühere Finalistinnen in einem dicht gepackten Spielplan.

Sinner setzt Titeljagd fort, während Djokovic einen Tag frei hat

Italiens Tennisfans stehen in den frühen Morgenstunden auf, um drei ihrer Akteure im Melbourne Park zu verfolgen. Im Fokus steht dabei die Nummer zwei der Welt, Jannik Sinner, der hofft, dass sich die Ereignisse vom Samstag nicht wiederholen.
Bei den extrem heißen Bedingungen an diesem Tag bekam er Krämpfe und lag sogar gegen den US-Amerikaner Eliot Spizzirri zurück. Am Ende gelang ihm die Wende in einem engen Match, doch die Warnzeichen sind gesetzt.
Glücklicherweise findet seine Partie der vierten Runde am Abend statt, fernab der brennenden Tageshitze. Das kommt ihm sehr entgegen, wenn er von der Rod Laver Arena zur Margaret Court Arena wechselt, um gegen Landsmann Luciano Darderi anzutreten. Der an 22 gesetzte Spieler schaltete den formstarken Sebastian Baez aus und besiegte anschließend Karen Khachanov, was die Gefahr unterstreicht, die er für Sinner darstellen könnte.
Der dritte Italiener im Einsatz ist Lorenzo Musetti, der bei einem Sieg in der Live-ATP-Weltrangliste wieder auf Platz drei klettern würde. Nach seinem Karrierehoch als Nummer fünf hofft er dringend, seinen Schwung zu halten und in diesem Turnier weiterzukommen.
Die härteste Aufgabe erwartet ihn gegen den früheren US-Open-Finalisten Taylor Fritz. Nach dem Sieg über Stan Wawrinka will er seine Formkurve nach einem holprigen Jahresauftakt weiter nach oben treiben. Zuletzt trafen sie bei den ATP Finals 2025 aufeinander, wo Fritz in zwei Sätzen gewann. Damals war es Enttäuschung für beide, die in der Gruppenphase ausschieden, doch morgen wird einer von ihnen jubeln.
Einer, der bereits die Beine hochlegen kann, ist Novak Djokovic. Der zehnfache Champion hätte auf Jakub Mensik getroffen, eine Neuauflage des Finals der Miami Open 2025, das der junge Tscheche gewann. Eine Bauchmuskelverletzung verhindert jedoch seine weitere Teilnahme, was Djokovic eine längere Verschnaufpause vor einem Viertelfinale gegen den Sieger von Musetti oder Fritz verschafft.
Statt dieser Partie wird nun Casper Ruud gegen Ben Shelton in der Rod Laver Arena ausgetragen – ein besonderer Bonus für die Fans nach der Enttäuschung, ein potenzielles Highlight zu verpassen. Shelton verbindet gute Erinnerungen mit diesem Turnier, erreichte 2023 das Viertelfinale und hat das Halbfinale aus dem Vorjahr zu verteidigen. Das steht im völligen Kontrast zu Ruud, der noch nie über diese Runde hinausgekommen ist. Es gab Zweifel, ob er angesichts der in Kürze erwarteten Geburt seines Kindes überhaupt so weit kommen würde. Er spielt, als wäre jedes Match sein letztes – unabhängig vom Ergebnis. Beide trafen 2022, 2023 und 2024 aufeinander. Shelton gewann das erste Duell, seither hat Ruud die Oberhand.

Titelverteidigerin vor bisher härtester Prüfung

Madison Keys hat bislang sehr souverän durch das Turnier navigiert. Nun wartet jedoch eine heikle Aufgabe, denn Jessica Pegula will ihre Titelambitionen stoppen. Die Siegerin von 2025 verteidigt viele Punkte und hat es bisher ohne Satzverlust in diese Runde geschafft. Sie beendete das letzte Jahr nicht in Bestform, ließ die Asien-Tour aus und zog sich bei den WTA Finals zur Halbzeit zurück.
Nun folgt ein sehr interessanter Test, da ihre enge Freundin und Podcast-Partnerin Jessica Pegula ihr erstes Viertelfinale bei den Australian Open seit 2023 anstrebt, nachdem sie zweimal früh ausschied. Ihre Form ist gut: Halbfinale in Brisbane und zahlreiche späte Turnierphasen Ende letzten Jahres. Das letzte Duell ging an Keys, die sich auf dem Weg zum Titel in Adelaide im vergangenen Jahr gegen ihre Landsfrau durchsetzte und damit auch im direkten Vergleich führt.
Sollte sie Down Under triumphieren, wäre das für Iga Swiatek von großer Bedeutung, da der Karriere-Grand-Slam in Reichweite ist. Sie spielt bisher nicht auf ihrem überragenden Topniveau, war aber dennoch souverän genug, um die Auftaktpartien ungefährdet zu überstehen. An dieser Stelle hätte es Naomi Osaka sein können, doch nach deren Rückzug profitiert nun die australische Qualifikantin Maddison Inglis enorm und bekommt die Chance, auf der Rod Laver Arena gegen die Nummer zwei der Welt anzutreten.
Die Siegerin trifft auf Elise Mertens oder die WTA-Finals-Championesse Elena Rybakina. Sie hat ihre Form Down Under gehalten, wirkt auf dem Platz sehr bedrohlich, ohne ganz die Höhen von Riad zu erreichen. Läuft ihr Aufschlag, ist sie praktisch unschlagbar. Mertens sieht das anders. Die belgische Doppelspezialistin hat im Einzel noch keinen Satz abgegeben und macht auch im Doppel stetige Fortschritte. Ihre Bilanz gegen die Nummer fünf der Welt ist jedoch ernüchternd: nur ein Sieg in sieben Duellen, dieser 2021 in Madrid, seither lediglich ein Satzgewinn.
Im übrigen Achtelfinale peilt Amanda Anisimova ihr erstes Viertelfinale in Melbourne an. Die Nummer vier der Welt stand hier bereits zweimal in dieser Runde, spielt aber derzeit groß auf, wenn es um Majors geht. Ihre letzte Niederlage, die nicht in einem Grand-Slam-Finale erfolgte, datiert aus der vierten Runde der French Open 2025. Ein drittes Finale ist absolut möglich – es sei denn, Xinyu Wang gelingt die große Überraschung. Nach deutlichen Siegen gegen Jelena Ostapenko und Linda Noskova scheint alles drin zu sein.
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