Bianca Andreescu feiert zum Start ins Jahr 2026 nach Verletzungsrückschlägen ein siegreiches Comeback auf niedrigerer Ebene statt bei den Australian Open

WTA
Donnerstag, 15 Januar 2026 um 17:45
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Die frühere US-Open-Siegerin Bianca Andreescu hat den Weg eingeschlagen, den nur wenige Spielerinnen ihres Kalibers zu gehen wagen: den Schritt zurück auf ein niedrigeres Level, um Form und Freude am Spiel wiederzufinden.

Bianca Andreescus Neustart – Rückweg über kleinere Turniere

Andreescu machte es sich wie so oft nicht leicht gegen Malkia Ngounoue und setzte sich mit 7:5, 2:6, 6:3 durch. Während sie ironischerweise gemeinsam mit Mboko das Viertelfinale erreichte, datiert ihr letztes Match davor aus der ersten Runde der Japan Open im Oktober, in der sie von ihrer kanadischen Landsfrau klar geschlagen wurde.
Es wirkte wie eine Art Staffelstab-Übergabe, auch wenn Andreescu erst 25 ist. Doch Mboko hat sich inzwischen an die Spitze des kanadischen Tennis gesetzt, eine Position, die Andreescu seit ihrem Aufstieg und dem anschließenden Absturz nicht mehr innehatte.
Sie war stets eine Spielerin, deren Klasse aufblitzt, sobald sie ins Rollen kommt. Doch immer wieder bremsten Verletzungen genau dann, wenn sie um die Ecke bog, und so wird sie wohl aus Notwendigkeit kleinere Turniere spielen.
Bei ihrem aktuellen Ranking kann sie voraussichtlich nicht einmal in die Qualifikation rutschen und müsste auf Wildcards hoffen, was für die Australian Open sehr unwahrscheinlich ist. Zudem strauchelte sie im vergangenen Jahr auch in diesen Runden. Für die French Open schien sie auf Kurs, verlor dann aber in der letzten Quali-Runde gegen Carson Branstine, ironischerweise eine Jugendfreundin und ihre Doppelpartnerin in Wimbledon.
Es gab 2025 dennoch Lichtblicke: Sie gewann den Doppeltitel der Catalonia Open durch einen Sieg im Finale gegen Leylah Fernandez und Lulu Sun, und in Rom erreichte sie das Achtelfinale, wo sie Zheng Qinwen unterlag. Auf dem Weg dorthin hatte sie zwei Wochen zuvor Elena Rybakina besiegt.
Damals wirkte sie in einem guten Zustand und hatte im Zuge einer neuen Diät deutlich abgenommen, die ihr in Rom Pasta, Pizza und Gelato verwehrte. Es schien zu funktionieren, als sie versuchte, im Ranking wieder nach oben zu klettern.

Schreckliches Verletzungspech und wahrscheinlicher Rückweg

Bereits 2023 erlitt Andreescu beim Miami Open eine schlimme Knöchelverletzung und musste im Rollstuhl vom Platz gebracht werden. Anfang 2025 wurde zudem ihr Blinddarm entfernt, und in Kanada knickte sie bei Matchball um, was den Rest ihrer Saison entgleisen ließ. Als sie in Asien zurückkehrte, war sie nicht dieselbe Spielerin und scheint diesen Neustart zu benötigen.
Sie räumte jedoch ein, dass die Rückkehr zu kleineren Turnieren und in die Qualifikation hart ist. Vom Gipfel der Tenniswelt mit dem US-Open-Sieg zu Quali-Niederlagen bei Grand Slams und Einsätzen bei mittelgroßen Turnieren – darüber sprach sie im vergangenen Jahr mit Tennis365.
„Es ist sicherlich ein Schlag für das Ego, aber das muss ich beiseiteschieben. Mein US-Open-Sieg liegt viele Jahre zurück und seitdem ist so viel passiert. Ich habe weiterhin große Ziele. Ich weiß, wozu ich fähig bin. Diese Balance zu finden zwischen Geduld und meinem Drang, wieder ganz nach oben zu kommen, ist etwas knifflig. Das Problem ist, dass ich aufgrund der Verletzungen so oft an- und abgemeldet war, dass mir in meinem Spielrhythmus viel fehlt“, sagte sie.
Nun geht es für ein W35 nach Bradenton. Vermutlich peilt sie den Weg an, den unter anderem Belinda Bencic und Elina Svitolina gegangen sind – natürlich ohne Mutter zu werden – und will sich über kleinere Turniere zurückarbeiten.
Andreescu weiß besser als jede andere, dass ihr US-Open-Triumph 2019 liegt und sie nicht mehr denselben Wildcard-Zug hat wie vor ein paar Jahren. Der einzige Rückweg führt über die unteren Ebenen, und es wird spannend sein zu sehen, wie es läuft.
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