Der Aufschlag ist eines der wichtigsten Elemente im Tennis – wer ihn beherrscht, kann jedes Match diktieren. Elena Rybakina hat das 2025 eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Mit 503 Assen führt sie die WTA-Statistik souverän an – ein Wert, den keine andere Spielerin erreicht hat.
Sie ist die erste Spielerin seit Karolina Pliskova 2016, die in einer Saison mehr als 500 Asse geschlagen hat. Nur ein Match bleibt ihr, um Pliskovas Rekordmarke von 530 Assen zu knacken – ein ambitioniertes, aber kaum realistisches Ziel. Dennoch dürfte sie ihre Bilanz im heutigen WTA-Finals-Endspiel gegen Aryna Sabalenka noch ausbauen.
Rybakinas Aufschlag: Präzision trifft Power
Rybakina ist bekannt dafür, Jahr für Jahr in der Ace-Statistik ganz oben zu stehen. 2025 beendet sie die Saison mit der klaren Nummer-1-Position, und ihre 503 Asse dürften weiter steigen. Ihre bisherige Bestleistung – 455 Asse aus dem Jahr 2023 – hat sie deutlich übertroffen.
Ihr Aufschlag war der Schlüssel zu ihrem späten Formhoch. Nach einem durchwachsenen Saisonstart fand sie auf der Asien-Tour zu alter Stärke zurück, sicherte sich die dritte WTA-Finals-Qualifikation in Folge und eliminierte dort unter anderem Amanda Anisimova und Iga Swiatek – beide ohne echte Antwort auf ihren druckvollen Service.
Mit 1,84 Metern Körpergröße verfügt die Kasachin über den idealen Hebel für einen dominanten Aufschlag. Ihre Kombination aus Präzision, Rhythmus und explosiver Power macht sie zu einer der gefährlichsten Spielerinnen auf der Tour – besonders, wenn sie ihre Zonen konstant trifft.
Trotz einer wechselhaften Saison mit nur einem Titel vor ihrem Erfolg in Ningbo war ihr Aufschlag eine verlässliche Waffe. Schon früh überschritt sie als erste Spielerin die 200-Ace-Marke, und ihr Service blieb bis Saisonende ihr Markenzeichen.
Um in die Geschichtsbücher aufzuschließen, muss Rybakina noch etwas zulegen. Karolina Pliskova bleibt mit ihren 530 Assen (2016) die Königin des Aufschlags. Schon 2015 hatte die Tschechin die 500er-Grenze (517) durchbrochen und dominierte die Statistik drei Jahre in Folge. Auch 2017 (452 Asse), 2019 und 2021 führte sie die WTA mit ihrem kraftvollen Service an.
Hinter ihr folgt Serena Williams, die in ihren Glanzjahren regelmäßig über 400 Asse pro Saison schlug, aber nie die 500-Marke erreichte. Am nächsten kam sie 2012 mit 484 Assen – ein weiterer Beweis dafür, wie selten Rybakinas Leistung tatsächlich ist.
Mit 503 Assen 2025 hat sich Elena Rybakina endgültig in die Riege der besten Aufschlägerinnen der Tennisgeschichte gespielt – und ihr Siegeszug ist noch nicht zu Ende.
Karolina Pliskova in Aktion
Aufschlag dürfte im WTA-Finals-Endspiel den Ausschlag geben
Nach hauchdünner Qualifikation steht Rybakina nun im Endspiel – ohne Niederlage bei diesem Turnier. Sie hat zehn Siege in Serie. Ihre letzte Pleite? Gegen die Nummer eins der Welt bei den Wuhan Open. Sabalenka will der Wimbledon-Siegerin von 2022 in Riad erneut einen Sieg abtrotzen, wird aber Probleme bekommen, wenn sie Rybakinas Aufschlag nicht neutralisiert. Die Weltranglisten-Sechste hat bei den diesjährigen Finals bislang 33 Asse serviert, 15 davon beim Halbfinalsieg über Jessica Pegula – ein unheilvolles Vorzeichen vor dem letzten WTA-Match des Jahres.
Seit dem legendären Wimbledon-Finale zwischen Björn Borg und John McEnroe verfolgt Pascal Michiels den Tennissport mit großer Leidenschaft und analytischem Interesse. Diese langjährige Verbundenheit mit dem Sport verbindet er mit fundierter Datenkompetenz und einem klaren Blick für die Dynamiken des professionellen Wettbewerbs.
Er lebt in Brüssel und absolvierte ein Studium der Wirtschaftsingenieurwissenschaften an der Vrije Universiteit Brussel. Seine berufliche Laufbahn begann er in der Medienanalyse bei Report International, wo er unter anderem mit internationalen Marken wie Mercedes, BMW, Ford Europa und Bewerbungen für Olympische Spiele zusammenarbeitete. Anschließend leitete er ein internationales Team von mehr als zwanzig angehenden Journalistinnen und Journalisten und sammelte dabei umfassende Erfahrung in redaktioneller Koordination und Medienperformance-Analyse.
In den folgenden Jahren war er als selbstständiger Business-IT-Berater tätig, unter anderem in langfristigen Projekten für GlaxoSmithKline. Danach wechselte er in den Bildungsbereich und unterrichtete Jugendliche mit Autismus-Spektrum-Störung.
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