Die Weltranglistendritte
Elena Rybakina sprach in ihrer Pressekonferenz vor Turnierbeginn in
Indian Wells eines der meistdiskutierten Themen im Tennis an und äußerte Skepsis gegenüber der Einführung von Best-of-Five-Matches für Frauen in der zweiten Grand-Slam-Woche. Der Vorschlag, Anfang dieses Jahres vom neuen USTA-Chef Craig Tiley erwähnt, hat Debatten über mögliche Formatänderungen im Damentennis ausgelöst.
Rybakina skeptisch zu Best-of-Five und stark bei Tie Break Tens
Rybakina erklärte, ein solcher Schritt würde einen grundlegenden Eingriff in die Struktur des Frauentennis bedeuten. Die Kasachin hob sowohl die körperlichen als auch die mentalen Anforderungen hervor, die längere Matches den Spielerinnen abverlangen würden, zumal der Kalender ohnehin dicht getaktet ist.
„Ich finde, das ist ehrlich gesagt eine riesige Umstellung, selbst wenn es nur in der zweiten Woche wäre“, sagte die zweifache Grand-Slam-Siegerin. „Man startet in einem Format und dann wird es länger, also muss man sich mental darauf einstellen, so viele Sätze zu spielen, falls es dazu kommt.“
Sie bezweifelte zudem, ob es realistisch sei, über fünf Sätze ein konstantes Niveau zu halten, gerade angesichts der physischen Anforderungen. Für Rybakina geht es nicht nur um die Vorbereitung der Spielerinnen, sondern auch darum, ob das Format die Attraktivität für die Zuschauer tatsächlich steigert.
„Ich finde, es ist eine riesige Umstellung, und ich glaube auch nicht, dass es für die Leute besonders interessant wäre, weil es ziemlich schwierig ist, über so viele Sätze das Niveau zu halten. Aus Spielersicht würde ich sagen, dass ich ehrlich gesagt nicht drei aus fünf spielen möchte.“
„Es ist trotzdem ein Wettkampf“: Titelverteidigung im Mixed mit Fritz
Abseits der Einzel-Auslosung kehrte Rybakina an diesem Dienstag beim Ausstellungsevent Eisenhower Cup Tie Break Tens auf den Platz zurück, wo sie gemeinsam mit Taylor Fritz zum zweiten Jahr in Folge den Titel holte und die Prämie von 200.000 US-Dollar mitnahm. Die Kasachin beschrieb das Format als erfrischende Abwechslung zum klassischen Wettbewerb und als Chance, eine andere Dynamik auf dem Court zu erleben.
„Ich mag das Format. Es ist schön, mit den Jungs zu spielen, und es ist auch eine gute Möglichkeit, die Plätze zu testen. Es ist trotzdem ein Wettkampf, also will man gewinnen“, sagte die 26-Jährige in der Pressekonferenz. „Wir spielen beide ziemlich aggressiv und haben beide starke Aufschläge. Taylor kennt die Jungs auch sehr gut, also gibt er mir Ratschläge für deren Rückschläge. Es ist einfach ein spaßiger Wettkampf.“
Auf dem Weg ins Finale besiegten sie das italienische Duo Jasmine Paolini und Matteo Berrettini sowie das Paar Iga Swiatek und Casper Ruud — das nach seinem gemeinsamen Auftritt bei den US Open, wo sie als Finalisten endeten, wieder vereint antrat. Im Endspiel setzten sich Rybakina und Fritz gegen das heimische Duo Amanda Anisimova und Learner Tien mit 10:7 durch.
Rückkehr nach Krankheit und Aufgabe in Dubai
Rybakina reist nach Kalifornien nach einer schwierigen Phase im Februar an, die sie in Dubai zur Aufgabe zwang. Die 24-Jährige erklärte, eine Krankheit habe ihren Plan nach den Australian Open durcheinandergebracht, wodurch es während der Nahost-Turniere schwer gewesen sei, den Rhythmus zu halten.
Trotz des Rückschlags sagte Rybakina, sie habe nach einigen Tagen Pause ihre körperliche Verfassung wiedererlangt. Die Auszeit ermöglichte ihr, das Training wieder aufzunehmen und vor dem ersten WTA-1000-Turnier der US-Hartplatzsaison den Schwung zurückzugewinnen. „Es war ein harter Terminplan nach Australien. Ich wollte weiterspielen, aber dann wurde ich zwischendurch krank, also war es nicht leicht, dranzubleiben.“
Die kasachische Topspielerin erwischte in Melbourne einen starken Start in die Saison, wo sie Anfang des Jahres den Titel bei den Australian Open gewann. Dieser Triumph war einer der bedeutendsten ihrer Karriere, erweiterte ihre Liste großer Erfolge und untermauerte ihre Position als eine der Topfavoritinnen auf der WTA-Tour. „Danach habe ich ein paar Tage frei genommen und meine Vorbereitung wieder aufgenommen. Jetzt fühle ich mich gut, und hoffentlich kann ich hier gut spielen“, schloss sie.