Aryna Sabalenkas Auftritt bei der Exhibition „Battle of the Sexes“ in Dubai endete zwar mit einer 3:6, 3:6-Niederlage gegen
Nick Kyrgios, doch die Belarussin verließ den Court deutlich stärker auf das Erlebnis als auf das Ergebnis fokussiert. In der Coca-Cola Arena trat Sabalenka in einem unkonventionellen Format an, das weltweit Aufmerksamkeit erregte und
eine Debatte in der Tenniswelt auslöste, insbesondere über die Auswirkungen auf das Damentennis.
Anstatt das Event als Kuriosität abzutun, rahmte Sabalenka es als persönliche Herausforderung und als Chance, Tennis in einem anderen Licht zu zeigen. Sie betonte den Mut, gegen einen Top-ATP-Spieler auf den Court zu gehen, und die Freude darüber, das Unbekannte anzunehmen. „Ja, ehrlich gesagt, ich finde, es war heute eine großartige Erfahrung, angefangen beim Einmarsch auf den Court und dem Spiel gegen einen Mann“, sagte Sabalenka während der
Pressekonferenz. „Ich bin wirklich stolz auf mich, dass ich mutig genug war, mich ihm zu stellen, und dass ich dabei, wie ich finde, richtig gutes Tennis gezeigt habe. Klar, ich habe viel geredet – was ich in meinem normalen Tennisleben nie tue –, aber es hat unglaublich Spaß gemacht.“
Die 4-fache Grand-Slam-Siegerin betonte zudem, dass Entertainment, nicht das Ergebnis, im Zentrum ihrer Motivation stand. Aus ihrer Sicht war das Event gelungen, wenn es die Aufmerksamkeit des Publikums fesselte und etwas Erinnerungswürdiges bot – unabhängig vom Sieger. „Ich bin wirklich froh, dass wir der Welt gezeigt haben, dass ein Tennis-Event unterhaltsam, spaßig, unvorhersehbar und interessant sein kann. Mein einziges Ziel war, sicherzustellen, dass alle, die gekommen sind, und alle vor dem Fernseher, ihren Spaß hatten. Und ich hoffe sehr, dass es so war, denn das war mein Ziel.“
Ein Härtetest und eine andere Art der Vorbereitung
Auf dem Court stellte das Match für Sabalenka eine ganz andere Aufgabe dar als ihre üblichen WTA-Duelle. Kyrgios’ Variabilität, insbesondere seine häufigen Stoppbälle, zwangen sie zu wiederholten Sprints und abrupten Richtungswechseln. Die Weltranglisten-Zweite sah diesen Aspekt positiv und beschrieb das Duell als wertvolle körperliche Arbeit statt als bloßes Showmatch.
„Ich habe es wirklich genossen. Ich mag Spaß. Ich mag Herausforderungen. Körperlich, gegen ihn zu spielen – die Anzahl der Stoppbälle, die er geschlagen hat – ich hatte das Gefühl, fast alle zu erreichen, und das war großartiges Fitness-Training für mich. Ich hoffe wirklich, mein Fitnesstrainer hat zugeschaut. Ich bin sicher, er hat’s getan.“
Aus saisonaler Perspektive fügte sich das Match laut Sabalenka nahtlos in ihren übergeordneten Vorbereitungsplan ein. Sie räumte zwar die Intensität des Abends ein, erklärte jedoch, dass die Tage nach dem Event eher der Regeneration als hartem Training dienen würden, was ihr Vertrauen in ihre aktuelle Verfassung unterstreicht. „In den nächsten paar Tagen gibt es nur leichte Mobilitätsarbeit, nichts allzu Intensives. Aber ich habe es wirklich genossen und will es unbedingt wiederholen. Wie jeder weiß, liebe ich Revanchen, und ich würde mich erneut hinstellen und dafür sorgen, dass ich noch besseres Tennis bringe.“
Antwort auf die Kritik und Verteidigung des Konzepts
Trotz des Spektakels gab es Kritik von Stimmen, die bezweifelten, ob solche Exhibitions der WTA oder dem Sport insgesamt nutzen. Sabalenka reagierte eindeutig, wies die Auffassung zurück, das Match schade dem Damentennis, und argumentierte stattdessen, es erweitere die Reichweite des Sports. „Ehrlich gesagt verstehe ich nicht, wie man an diesem Event etwas Negatives finden kann. Für die WTA habe ich, denke ich, gezeigt, dass ich großartiges Tennis spielen kann. Es war unterhaltsam. Ja, er hat das Match gewonnen, aber es stand nicht 0:6, 0:6. Es war ein Kampf.“
Sie verwies zudem auf die breite Aufmerksamkeit, die das Duell erzeugte, und betonte, dass das Interesse über das traditionelle Tennispublikum hinausging. Nachrichten von prominenten Persönlichkeiten und Fans außerhalb des Sports bestätigten für sie, dass das Event seinen Zweck erfüllt habe. „Es hat mehr Augen auf Tennis gelenkt. Einflussreiche Leute haben mir geschrieben, mir Glück gewünscht und gesagt, sie würden zuschauen – aus ganz unterschiedlichen Lebensbereichen. Ich habe das Gefühl, wir haben unserem Sport mehr Aufmerksamkeit verschafft, und ich sehe nicht, wie das negativ sein kann.“
Für Sabalenka bleibt Innovation entscheidend, wenn Tennis weiter wachsen soll. Sie argumentierte, dass Events wie die Battle of the Sexes die klassische Tourstruktur ergänzen, nicht ersetzen, indem sie den Sport frisch und ansprechend präsentieren. „Die Idee hinter diesem Event ist, dem Tennis beim Wachsen zu helfen und es von einer anderen Seite zu zeigen – dass Tennis-Events Spaß machen und unterhalten können. Die Aufmerksamkeit für dieses Match war fast wie bei einem Grand-Slam-Finale.“