Tradition trifft Realität: Warum Aryna Sabalenka und Elina Svitolina nach dem Australian-Open-Halbfinale auf den Handschlag verzichteten, während Fans inmitten der Kritik gewarnt wurden
Aryna Sabalenka steht erneut im Endspiel der Australian Open und ist in Melbourne nahe dran am Titel-Hattrick. Doch am Ende ihres Matches gegen Elina Svitolina, das sie mit 6:2, 6:3 gewann, geschah etwas Ungewöhnliches.
Es gab keinen Handschlag zwischen den beiden – in normalen Matches untypisch, für Ukrainerinnen gegen Russinnen und Belarussinnen jedoch gängige Praxis, auch wenn die Fans in der Rod Laver Arena vor wenigen Nächten Anstoß daran nahmen, als Mirra Andreeva auf Elina Svitolina traf.
Ein langjähriges Prinzip der Ukrainerinnen
Dies gilt, obwohl dies nun seit mindestens drei Jahren so gehandhabt wird. Sabalenka wartete einst bei Roland Garros berühmt am Netz auf Svitolina, was Kritik nach sich zog. Im ersten Jahr wussten viele auf den Rängen nicht, was vorging, da Tennisfans auf den Tribünen mit Tickets oft keinen Hintergrund dazu hatten.
„Meine erste Reaktion war: Was machst du da? Denn in all meinen Pressekonferenzen habe ich meine Position klar gemacht“, sagte sie damals bei Roland Garros.
„Vielleicht ist sie während der Turniere nicht in den sozialen Medien, aber es ist ziemlich klar. Ich habe mehrfach erklärt, dass ich keine Hände schüttele, und sie hat offensichtlich auch gegen Marta [Kostyuk aus der Ukraine] in der ersten Runde gespielt. Also ist es ganz einfach.“
Das war längere Zeit kein Thema, bis zu den diesjährigen Australian Open, als Andreeva nach ihrer Niederlage gegen Svitolina ausgebuht wurde – diesmal lag der Fokus nicht auf Svitolina als vermeintlicher Verursacherin. Andreeva eilte zügig ans Netz und schüttelte aus Respekt vor Svitolinas Haltung die Hand der Stuhlschiedsrichterin.
Sie wurde umgehend ausgebuht, und vor einem weiteren Duell dieser Art, als Svitolina auf Aryna Sabalenka traf, wurden die Fans vorab informiert. Auf den Bildschirmen erschien die Nachricht: „Nach Ende des Matches wird es keinen Handschlag zwischen den Spielerinnen geben. Wir danken Ihnen für Ihren Respekt gegenüber beiden Athletinnen während und nach dem Match.“
Dies wurde zudem von einem Hallensprecher in der Rod Laver Arena verlesen, um erneute Buhrufe möglichst zu verhindern.
Sabalenka hat indes mehrfach betont, dass sie den Krieg nicht unterstützt. „Ich unterstütze keinen Krieg. Ich möchte nicht, dass mein Land in irgendeinen Konflikt verwickelt ist“, sagte Sabalenka. „Ich habe das oft gesagt, und ihr wisst, wo ich stehe. Ihr kennt meine Haltung. Ihr habt meine Antwort. Ich habe das viele Male beantwortet. Ich unterstütze den Krieg nicht.
„Und ich möchte nicht, dass der Sport in die Politik hineingezogen wird, denn ich bin einfach eine Tennisspielerin, eine 25-jährige Tennisspielerin. Wenn ich politisch sein wollte, wäre ich nicht hier. Ich möchte in keine Politik verwickelt sein. Ich will einfach nur Tennisspielerin sein.“
Seit dem legendären Wimbledon-Finale zwischen Björn Borg und John McEnroe verfolgt Pascal Michiels den Tennissport mit großer Leidenschaft und analytischem Interesse. Diese langjährige Verbundenheit mit dem Sport verbindet er mit fundierter Datenkompetenz und einem klaren Blick für die Dynamiken des professionellen Wettbewerbs.
Er lebt in Brüssel und absolvierte ein Studium der Wirtschaftsingenieurwissenschaften an der Vrije Universiteit Brussel. Seine berufliche Laufbahn begann er in der Medienanalyse bei Report International, wo er unter anderem mit internationalen Marken wie Mercedes, BMW, Ford Europa und Bewerbungen für Olympische Spiele zusammenarbeitete. Anschließend leitete er ein internationales Team von mehr als zwanzig angehenden Journalistinnen und Journalisten und sammelte dabei umfassende Erfahrung in redaktioneller Koordination und Medienperformance-Analyse.
In den folgenden Jahren war er als selbstständiger Business-IT-Berater tätig, unter anderem in langfristigen Projekten für GlaxoSmithKline. Danach wechselte er in den Bildungsbereich und unterrichtete Jugendliche mit Autismus-Spektrum-Störung.
Bei Tennisaktuell.de verantwortet er als Chefredakteur und Herausgeber die strategische und redaktionelle Ausrichtung der Plattform. Er steuert die inhaltliche Entwicklung, optimiert Sichtbarkeit und Reichweite und verbindet journalistische Standards mit datenbasierter Analyse. Dazu entwickelt er unter anderem Modelle zur Spiel- und Ergebnisprognose, die der internen Einordnung und Kontextualisierung dienen.
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