Mirra Andreeva musste ganz tief graben, um sich beim
Upper Austria Ladies Linz durchzusetzen. Mit etwas Fortune in Schlüsselmomenten zeigte sie ihre enorme Klasse auf dem Court und bezwang eine formstarke Anastasia Potapova mit 1:6, 6:4, 6:3, um ihre Sandplatzphase mit einem
glänzenden Titel in Österreich zu eröffnen.
Nach einem ersten Satz, den eine entfesselte Potapova vollständig dominierte, fand Andreeva Schritt für Schritt ins Match, nutzte ihre Klasse und Routine und drehte die Partie. Die nächsten beiden Sätze wurden jeweils durch drei Breaks in Serie entschieden. Beide Sequenzen gingen an Andreeva, die in einem Duell voller Spannung und Dramatik kühlen Kopf bewahrte und den Sieg einfädelte.
Potapova stürmt davon
Potapova startete wie eine Rakete und stellte gleich im ersten Spiel die Führung her. Ein Ass brachte Andreeva zurück in den Rhythmus, doch ein Doppelfehler öffnete Potapova eine Breakchance. Ein unerzwungener Fehler bringt die Österreicherin nach vorn. Sie bestätigte das mit einem souveränen Aufschlagspiel, bevor Andreeva per blitzsauberem Servicegame mit vier Punkten in Folge aufs Scoreboard kam.
Ein Quäntchen Glück lag bei Potapova, als ihr Schlag die Netzkante touchierte und auf Andreevas Seite tot herunterfiel. Die Russin schob das schnell beiseite, als sich ihr eine Breakchance bot. Sie blieb jedoch ungenutzt, zwei Asse in Folge stellten für Potapova erneut den Zwei-Spiele-Abstand her.
Dieser wuchs auf drei Spiele an. Eine entfesselte Potapova strotzte vor Selbstvertrauen und sicherte sich gegen die Nummer 10 der Welt das Doppelbreak. Andreeva versuchte, Druck auf den Aufschlag ihrer Gegnerin auszuüben, doch erneut blieb Potapova in den entscheidenden Momenten nervenstark und befreite sich mit großen Aufschlägen.
Bei 1:5 lag Andreeva mit doppelt so vielen unerzwungenen Fehlern zurück und hatte 0% ihrer zweiten Aufschläge gewonnen. Es war ein ernüchternder Auftritt, den eine formstarke Potapova konsequent ausnutzte. Andreeva servierte gegen den Satzverlust, brachte den Abschluss aber nicht durch. Sie schenkte Potapova einen Satzball, den diese nutzte, um das vierte Spiel in Serie und vor allem den ersten Satz einzutüten.
Anastasia Potapova konnte auf heimischem Boden nicht gewinnen
Andreeva schlägt zurück
Ihre Form trug sie zunächst in den zweiten Satz, sie schien immer stärker zu werden. Ein überzeugendes Zu-Null-Aufschlagspiel geprägt von wuchtigen Winnern hielt jedoch nicht an. Fehler schlichen sich ein, während Andreeva sechs Punkte nacheinander gewann, zum Halten kam und anschließend zu Null breakte.
Der Vorteil währte nicht lange. Die zweifache WTA-1000-Siegerin wurde von Potapova umgehend zurückgebreakt. Andreeva legte mit dem dritten Break in Serie nach – ein Schlüsselmoment im Finale, der ihr die Führung zurückgab. Zwei Aufschlagspiele auf beiden Seiten bauten das Ergebnis auf 4:3 aus.
Drei Zu-Null-Aufschlagspiele in Folge brachten den Satz der Entscheidung näher. Andreeva servierte bei 5:4 zum Satzausgleich und erledigte das ohne großes Zittern, um das Finale in einen nervenaufreibenden, aber fesselnden dritten Satz zu schicken.
Drehungen und Wendungen im dramatischen Entscheidungssatz
Beide Spielerinnen ließen zu Beginn des dritten Satzes Frust raus. Am Ende ging Potapova zufriedener heraus, nachdem sie einen Breakball überstand und hielt. Zwei überzeugende Zu-Null-Aufschlagspiele folgten prompt, während beide geduldig auf ihre Chance lauerten, wissend, dass sie entscheidend sein könnte.
Der Aufschlag von Potapova geriet bei 2:2 zunehmend unter Druck. Andreeva vergab zwei Breakbälle, doch das Match schien an einer missratenen Volley-Aktion von Potapova am Netz zu kippen. Sie schrie vor Ärger auf und schlug mit dem Schläger ans Netz. Andreeva brach direkt danach und übernahm bedrohlich die Führung.
Doch Andreeva öffnete Potapova großzügig die Tür zurück ins Match. Ein Doppelfehler bei 30:40 war die Verschwendung eines kostbaren Vorteils. Ein weiteres Spiel voller Spannung und Drama brachte Andreeva mit etwas Glück den Vorteil zurück. Sie strich mit ihrem zweiten Breakball die Netzkante und stellte auf 4:3.
Ein souveränes Halten brachte sie bis auf ein einziges Spiel an einen fünften WTA-Titel heran. Potapova wollte sich nicht kampflos fügen. Sie wehrte einen Matchball ab, ließ sich dann aber ablenken, als ein Balljunge sie beinahe rammte. Die Konzentration kam nicht zurück, sie verlor die nächsten drei Punkte, die zugleich die letzten dieses Finales und Turniers waren. Andreeva sah zu, wie der Ball ins Aus segelte, und besiegelte damit ihren zweiten WTA-Titel 2026 und ihren ersten in Österreich.