Boris Becker erklärt, warum Zverevs mentaler Kampf ihn zurückhält - "Er ist nicht von sich überzeugt"

ATP
Freitag, 04 April 2025 um 17:52
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Boris Becker analysiert Zverevs Formkrise: Mentale Verunsicherung als zentrales Problem

Alexander Zverev durchlebt derzeit eine sportliche Durststrecke, die sich durch mehrere überraschende Niederlagen manifestiert. Der deutsche Spitzenspieler, der noch vor wenigen Monaten als aussichtsreicher Kandidat für die Weltranglistenspitze galt, hat in den letzten Wochen an Konstanz verloren – eine Entwicklung, die auch Tennislegende Boris Becker nicht entgangen ist.

Nach einem herausragenden Jahr 2024 startete Zverev vielversprechend in die neue Saison: Bei den Australian Open erreichte er das Finale, musste sich dort jedoch dem Weltranglistenersten Jannik Sinner geschlagen geben. Als der Italiener im Anschluss eine dreimonatige Sperre verbüßte, eröffnete sich für Zverev die Chance, die Lücke an der Spitze zu schließen. Stattdessen folgte eine Phase enttäuschender Resultate.

Erstmals nahm der 27-Jährige am sogenannten "Golden Swing" in Südamerika teil, wo er jedoch sowohl bei den Argentina Open als auch bei den Rio Open bereits im Viertelfinale die Segel streichen musste. Auch auf nordamerikanischem Boden stabilisierte sich seine Form nicht: Mit lediglich drei Siegen aus sechs Partien, darunter ein Erstrunden-Aus in Indian Wells, blieb er weit hinter den Erwartungen zurück.

Seit dem Ende der Australian Open weist Zverev eine durchwachsene Bilanz von sechs Siegen bei fünf Niederlagen auf – deutlich zu wenig, um den Sprung an die Spitze zu schaffen oder zumindest Druck auf Sinner auszuüben.

Boris Becker, selbst sechsmaliger Grand Slam-Sieger und ehemaliger Weltranglistenerster, nahm im gemeinsamen Podcast mit Andrea Petkovic eine differenzierte Analyse vor. Aus seiner Sicht liegt die Ursache der Misere nicht im physischen, sondern im mentalen Bereich.

„Ich beginne bei solchen Diskussionen immer mit der mentalen Verfassung“, erklärte Becker. „Im Moment wirkt Zverev nicht so überzeugt von sich wie noch in Melbourne oder gegen Ende des letzten Jahres.“

Er stellt die Frage, ob mentale Stärke überhaupt trainierbar sei: „In Florida gibt es die besten Trainingszentren für Vorhand, Rückhand und Fitness. Aber existiert auch eine Schule für mentale Stärke, für Selbstvertrauen, inneren Frieden und Glauben an sich selbst? Ich glaube nicht. Und genau da liegt für mich der Unterschied zwischen Sieg und Niederlage bei ihm.“

Immerhin, so Becker weiter, habe Zverev in Miami wieder Fortschritte gezeigt. Gleichwohl erinnerte er sich an zahlreiche Begegnungen, in denen Zverev trotz guter Ausgangslage den Sieg aus der Hand gab. „Ich hatte kurzzeitig die Befürchtung, er könnte sich zwischen Indian Wells und Miami zurückziehen und eine Pause einlegen. Doch offenbar ist er nach Florida zurückgekehrt, hat noch intensiver trainiert – was kaum vorstellbar ist – und gegen Spieler wie Jordan Thompson deutlich stabiler agiert.“

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