Der ehemalige Weltranglistenerste Tim Henman hat sich gegen die Einschätzung gestellt, dass Carlos Alcaraz sich in einer Formkrise befinde. Der 21-jährige Spanier zählt trotz zuletzt durchwachsener Ergebnisse weiterhin zu den besten Tennisspielern der Welt und wird in einem Atemzug mit Jannik Sinner genannt.
Alcaraz, aktuell die Nummer drei der Welt, musste zuletzt mehrere Rückschläge hinnehmen. Bei den Miami Open scheiterte er überraschend früh in der dritten Runde an David Goffin (5:7, 6:4, 6:3). Es war bereits das dritte Turnier in Folge, bei dem es ihm nicht gelang, den Titel zu gewinnen – ein herber Dämpfer für seine Ambitionen, die Spitze der Weltrangliste zu erreichen. Dies umso mehr, als sein direkter Konkurrent, die aktuelle Nummer eins Jannik Sinner, aufgrund einer Einigung mit der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) bis zu drei Monate pausieren muss. Der Italiener hatte im vergangenen Jahr zwei Dopingtests nicht bestanden.
Henman, selbst einstiger Topspieler und heute Experte für TNT Sports, widersprach jedoch der Einschätzung, dass sich Alcaraz in einer ernsthaften Krise befinde. Vielmehr sieht der 50-Jährige Optimierungspotenzial in der Spielweise des jungen Spaniers.
"Ich würde das definitiv nicht als Krise bezeichnen", betonte Henman. "Er mag derzeit nicht sein bestes Tennis spielen, aber solche Phasen gehören zur Entwicklung eines Spielers dazu. Entscheidend ist, dass er daraus lernt und sich weiterentwickelt. Für mich ist seine Schlagauswahl noch ein Punkt, an dem er arbeiten kann – sie kostet ihn immer wieder entscheidende Momente. Doch wenn er in diesem Bereich konstanter wird, dann kann er jedes Turnier gewinnen, an dem er teilnimmt."
Trotz der jüngsten Rückschläge bleibt Alcaraz also einer der gefährlichsten Spieler auf der Tour – und laut Henman auf einem klaren Weg, sein Potenzial noch weiter auszuschöpfen.