Aryna Sabalenka und der Tie-Break – das passt wie die Faust aufs Auge. Die Weltranglistenerste hat eine unglaubliche Anzahl davon für sich entschieden, zuletzt gegen Victoria Mboko bei den Australian Open, womit sie in Grand-Slam-Partien 20 Tie-Breaks in Serie gewann – ein neuer Rekord. Diese Nachricht erreichte den bisherigen Rekordhalter
Novak Djokovic, der in den sozialen Medien seinem Unmut Ausdruck verlieh.
Australian Open – Wie Sabalenkas Nervenstärke Tie-Breaks und Matches kippt
Das sind nun drei Tie-Breaks in vier Sätzen über zwei Matches hinweg für Sabalenka, die auf ihrem Weg zu einem weiteren Australian-Open-Titel bislang äußerst überzeugend wirkt. Einer kam gegen Mboko, die anderen beiden gegen Anastasia Potapova in der dritten Runde.
Diese drei sind nur ein kleiner Ausschnitt ihrer Tie-Break-Erfolgsserie bei Major-Turnieren. Sie steht nun bei 20 in Folge – eine beeindruckende Ausbeute einer hochklassigen Spielerin. Ein großer Faktor ist dabei auch ihre Mentalität und Entschlossenheit, in potenziell überwältigenden Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren. Direkt nach ihrem Achtelfinalsieg sprach sie auf dem Platz darüber.
„Jetzt, wo ihr ständig darüber redet, habe ich das Gefühl, ihr setzt meine Gegnerinnen unter Druck“, scherzte sie. „Das ist es, was mir an Tie-Breaks derzeit gefällt. Ich weiß nicht, ich gehe in den Tie-Break und versuche nicht daran zu denken, dass es ein Tie-Break ist, spiele Punkt für Punkt, und ich schätze, das ist der Schlüssel zu dieser Konstanz.“
Djokovics alter Rekord fällt
Wo ein neuer Name an der Spitze eines Rekords steht, fällt ein anderer herunter. Nach dem Duell mit Potapova war Sabalenka mit Djokovics 19 Grand-Slam-Tie-Breaks in Serie gleichgezogen. Nun steht sie allein oben, während ihr Freund auf Rang zwei zurückfällt.
Die meisten Fans werden nicht erwarten, dass Djokovic wegen eines von zahllosen Rekorden, die er im Tennis gesammelt hat, schlaflose Nächte hat – neben all den Titeln und Triumphen.
Aufgrund seiner Reaktion auf
X wirkt er jedoch nicht gerade begeistert, dass seine gute Freundin ihn überholt hat, und schrieb: „Ich bin gerade verärgert.“ Die scherzhafte Replik setzt ihre lebendige Beziehung fort, in der sie sich auf und neben dem Platz unterstützen, zusammen trainieren und in der Off-Season sogar zu viert mit ihren Partnern ausgehen.
Sabalenkas herausragende Serie
20 gewonnene Tie-Breaks am Stück in Grand-Slam-Partien führen zurück zu den French Open 2023, als sie mit einem Tie-Break-Satzgewinn gegen Karolina Muchova ihre Finalchance wahrte, ehe sie den dritten Satz verlor.
Mehr Erfolg folgte bei den US Open später im Jahr, als sie zwei davon gegen Madison Keys nutzte, um ihr zweites Grand-Slam-Finale zu erreichen. Nach der Niederlage gegen Coco Gauff in ebenjenem Endspiel gewann sie einen vierten Tie-Break in Serie und ebnete sich so den Weg in ein zweites Australian-Open-Finale, das sie ebenfalls gewann.
Die Hälfte dieser Bilanz stammt aus 2025. Kaum überraschend, schließlich erreichte sie drei Finals und ein Halbfinale – Konstanz am Satzende ist dabei entscheidend. Der bedeutendste Tie-Break war der zum Abschluss des US-Open-Triumphs gegen Amanda Anisimova, mit dem sie 2025 endlich einen Grand-Slam-Titel holte. In jedem Turnier fielen drei Tie-Breaks, außer bei den Australian Open, wo nur einer in der dritten Runde gegen Clara Tauson gespielt wurde. Die drei in diesem Jahr gespielten und vor allem gewonnenen erhöhen ihre Serie auf 20 – ein höchst außergewöhnlicher Rekord. Will sie den Australian-Open-Titel zurückholen, dürfte sie wohl noch ein paar weitere benötigen und ihre Bestmarke weiter ausbauen. Im Viertelfinale trifft sie auf die äußerst talentierte Iva Jovic, die mit 18 Jahren ohne Satzverlust in diese Runde eingezogen ist.
Sabalenkas letzte 20 Grand-Slam-Tie-Breaks
| # | Jahr | Slam | Runde | Gegner | Tiebreak-Punktestand |
| 1 | 2023 | Roland Garros | SF | Muchova | 7–5 |
| 2 | 2023 | Wimbledon | SF | Jabeur | 7–5 |
| 3 | 2023 | US Open | SF | Keys | 7–1 |
| 4 | 2023 | US Open | SF | Keys | 10–5 |
| 5 | 2024 | Australian Open | SF | Gauff | 7–2 |
| 6 | 2024 | Roland Garros | QF | Andreeva | 7–5 |
| 7 | 2024 | US Open | SF | Navarro | 7–2 |
| 8 | 2025 | Australian Open | R3 | Tauson | 7–5 |
| 9 | 2025 | Roland Garros | QF | Zheng | 7–3 |
| 10 | 2025 | Roland Garros | SF | Swiatek | 7–1 |
| 11 | 2025 | Roland Garros | Final | Gauff | 7–5 |
| 12 | 2025 | Wimbledon | R2 | Bouzkova | 7–4 |
| 13 | 2025 | Wimbledon | R3 | Raducanu | 8–6 |
| 14 | 2025 | Wimbledon | R4 | Mertens | 7–4 |
| 15 | 2025 | US Open | R2 | Kudermetova | 7–4 |
| 16 | 2025 | US Open | R3 | Fernandez | 7–2 |
| 17 | 2025 | US Open | Final | Anisimova | 7–3 |
| 18 | 2026 | Australian Open | R3 | Potapova | 7–4 |
| 19 | 2026 | Australian Open | R3 | Potapova | 9–7 |
| 20 | 2026 | Australian Open | R4 | Mboko | 7–1 |