Jannik Sinner verrät, wie er sich fühlte, nachdem er eine dreimonatige Sperre wegen Verstoßes gegen die Dopingprotokolle akzeptiert hatte

ATP
Samstag, 05 April 2025 um 17:00
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Jannik Sinner spricht über Doping-Suspendierung: „Es war sehr schwierig, aber ich habe gelernt“

Jannik Sinner, derzeitige Nummer eins der Tenniswelt, hat sich erstmals ausführlich zu seiner dreimonatigen Doping-Sperre geäußert. Der 23-jährige Italiener war im vergangenen Jahr zweimal positiv auf die verbotene Substanz Clostebol getestet worden – ein Fall, der monatelang für Unruhe im Tenniszirkus sorgte.

Obwohl Sinner nach einer Anhörung von der International Tennis Integrity Agency (ITIA) zunächst freigesprochen wurde, legte die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) beim Internationalen Sportgerichtshof (CAS) Berufung gegen die Entscheidung ein. Im Raum stand eine zweijährige Sperre für den dreifachen Grand Slam-Sieger. Am Ende einigte sich Sinner mit der WADA auf eine dreimonatige Suspendierung, die wenige Tage vor Beginn der Rom Open im Mai endet.

Unerwartete Wendung im Karrierehöhepunkt

Laut Sinners Verteidigung war die Substanz über ein Wundspray in seinen Körper gelangt, das sein Physiotherapeut Naldi zur Behandlung einer Schnittverletzung verwendet hatte. Die ITIA glaubte der Darstellung und sprach den Südtiroler zunächst frei – doch der mediale Druck und das Berufungsverfahren belasteten den Shootingstar schwer.

In einem Interview mit The Tennis Gazette sprach Sinner nun offen über die emotionalen Folgen der Sperre: „Ich war sehr zerbrechlich, weil Dinge passiert sind, mit denen ich nicht gerechnet hatte. Es gab Reaktionen in mir, die mich überrascht haben“, erklärt der Italiener. „Sonst müsste ich mich verstellen, so tun, als wäre ich jemand ohne Gefühle. Aber im Leben lernt man. Es war nicht leicht, es war sogar sehr schwierig.“

Zwischen Akzeptanz und innerem Widerstand

Sinner beschrieb die Annahme der dreimonatigen Sperre als eine pragmatische Entscheidung – auch wenn er sie innerlich nicht voll akzeptieren konnte: „Diese Suspendierung musste in kurzer Zeit beschlossen werden. Auch wenn ich nicht einverstanden war – manchmal muss man das kleinere Übel wählen, und das habe ich getan. Natürlich fühle ich mich manchmal ungerecht behandelt. Aber ich weiß auch, dass es noch schlimmer hätte kommen können.“

Trotz des Rückschlags zeigt sich Sinner reflektiert und dankbar: „Die Menschen in meinem Umfeld haben mir Mut gemacht, sie haben mir geholfen, das Geschehene besser zu verstehen.“

Blick nach vorn

Sinner, der weiterhin als einer der vielversprechendsten Akteure seiner Generation gilt, hat angekündigt, sich nun voll auf die Vorbereitung für die Sandplatzsaison zu konzentrieren. Der Fokus liegt dabei insbesondere auf einem erfolgreichen Heimturnier in Rom – einem Ort, an dem er nun nicht nur sportlich, sondern auch emotional ein Zeichen setzen will.

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