Der frühere Weltranglistenerste Mats Wilander ist überzeugt, dass Novak Djokovic seine Chancen auf einen weiteren French-Open-Titel nur dann wahren kann, wenn er so viel Zeit wie möglich auf Sandplätzen verbringt. Der 37-jährige Serbe, der mit 24 Grand Slam-Titeln als erfolgreichster Spieler der Open-Ära gilt, durchlebt derzeit eine ungewohnt titellose Phase.
Seit Beginn des Jahres 2024 konnte Djokovic keinen ATP-Titel gewinnen. Sein einziger Erfolg in diesem Zeitraum war der Gewinn der olympischen Goldmedaille in Paris, wo er Carlos Alcaraz in zwei Sätzen (7:6, 7:6) bezwang. Zuletzt erreichte er das Finale der Miami Open, unterlag dort jedoch überraschend dem 18-jährigen Tschechen Jakub Mensik mit 6:7, 6:7.
In einem Gespräch mit TNT Sports erklärte Wilander, dass Djokovic vor dem zweiten Grand Slam-Turnier des Jahres möglichst viele Matches auf Sand bestreiten müsse, um in Topform zu kommen.
„Er muss Zeit auf Sand verbringen und so viele Matches wie möglich vor den French Open spielen – unabhängig davon, ob er gewinnt oder verliert“, betonte Wilander. „Ich glaube nicht, dass es in seinem Alter sinnvoll ist, zwei, drei oder gar vier Wochen ohne Wettkampfpraxis zu bleiben. Er braucht Matches. Ich glaube nicht, dass zusätzliches Training ihn noch besser machen kann. Wenn man älter wird und an Selbstvertrauen verliert, vergisst man manchmal, wie man Matches strukturiert und seine Intensität aufrechterhält – selbst in Momenten, die auf der Anzeigetafel vielleicht nicht entscheidend wirken, für Djokovic früher aber essenziell waren, etwa der Start in ein Match.“
Wilander unterstrich zudem, dass die spezifischen Herausforderungen eines Wettkampfs, insbesondere der Umgang mit Nervosität in den ersten Minuten einer Partie, nicht im Training simuliert werden können:
„Man kann die Nervosität der ersten 10, 15 oder 20 Minuten eines Matches nicht trainieren. Diese Situationen erlebt und bewältigt man nur, indem man tatsächlich spielt.“
Mit Blick auf Roland Garros bleibt abzuwarten, ob Djokovic-Wilanders Ratschlag folgt und eine intensive Sandplatz-Saison absolviert, um seinen 25. Grand Slam-Titel anzuvisieren.