Auch wenn Carlos Alcaraz auf dem Platz oft wie das personifizierte Tenniswunder wirkt, offenbart der 20-jährige Spanier abseits der großen Bühnen eine nachdenklichere Seite. Der aktuelle Wimbledon-Champion und vierfache Grand Slam-Gewinner spricht offen über die Schattenseiten des Profi-Daseins – über Druck, Zweifel und die emotionale Achterbahnfahrt nach Niederlagen.
Alcaraz' jüngstes Kapitel ist eines, das nicht in die Erfolgssaga des Shootingstars passen will: eine überraschende Erstrundenpleite bei den Miami Open gegen den belgischen Routinier David Goffin. Es war ein Rückschlag, der schmerzt – nicht nur sportlich, sondern auch emotional. Seit seinem Triumph in Rotterdam im Februar blieb der Weltranglistenzweite in allen Turnieren hinter den Erwartungen zurück, häufig trotz klarer Favoritenrolle.
„Natürlich gibt es Momente, in denen ich mich auf dem Platz nicht wohlfühle“, gesteht Alcaraz im Gespräch mit Louis Vuitton, einer Marke, für die er auch als Testimonial auftritt. „Der Druck ist manchmal erdrückend. Aber dann erinnere ich mich daran, dass ich den Traum lebe, den ich als Kind hatte.“
Besonders bewegend ist die Offenheit, mit der Alcaraz über den Umgang mit Niederlagen spricht – und wie unterschiedlich diese emotional bei ihm nachwirken.
„Es gibt Matches, die ich verliere, bei denen ich trotzdem stolz auf meine Leistung bin“, erklärt der Spanier. „Aber dann gibt es diese anderen Spiele, bei denen die Enttäuschung so groß ist, dass ich ein paar Tage brauche, um wieder klarzukommen. Aber eines ist sicher: Aus Niederlagen lernt man mehr als aus Siegen.“
Die Chance auf Wiedergutmachung naht: In der kommenden Woche steht das prestigeträchtige Monte-Carlo Masters auf dem Programm, das erste große Sandplatzturnier der Saison. Als Nummer zwei der Setzliste genießt Alcaraz in der ersten Runde ein Freilos – eine Pause, die er gut gebrauchen kann, um sich neu zu sammeln und auf vertrautem Untergrund frischen Schwung zu holen.
Alcaraz ist längst mehr als ein aufstrebender Sportler – er ist ein globaler Markenbotschafter, Idol und Hoffnungsträger einer neuen Tennisgeneration. Doch seine Worte erinnern daran, dass auch die größten Talente verletzlich bleiben. Die Authentizität, mit der er über innere Kämpfe spricht, macht deutlich: Auch hinter dem Lächeln eines Champions liegt mitunter ein schweres Ringen mit sich selbst.